Der Krieg in der Ukraine drängt Pazifisten in die Defensive. Aufwind verspüren dagegen bürgerliche Sicherheitspolitiker, auch in der Schweiz. Der Etat für die Armee soll ab nächstem Jahr schrittweise erhöht werden, und zwar von 0,7 auf 1% des Bruttoinlandprodukts (BIP). Das klingt nicht nach sehr viel, doch in konkreten Zahlen ausgedrückt nähme das Budget für die Armee unmittelbar von 5,3 auf 7 Mrd. Fr. beziehungsweise bis 2030 auf 9 Mrd. Fr. zu – rund 70% mehr. Wie der zusätzliche Mittelbedarf von ungefähr 3 Mrd. Fr. zu finanzieren wäre, ist noch offen. Laut Bundesrat ginge das ohne Steuererhöhung. Wiederkehrende Schulden in dieser Höhe sind nach Corona wohl auch ein Tabu. Wie dem auch sein wird, im internationalen Vergleich rangiert die Schweiz aktuell mit 0,7% des BIP gemäss Statista bloss auf Rang 36. Auch mit 1% in zehn Jahren bliebe die Schweiz weit unter dem heutigen Durchschnitt von 2,4%. Im Vergleich zur mässigen Wirtschaftskraft leistet sich Aggressor Russland sehr hohe Ausgaben für eine (nicht besonders schlagkräftige) Armee. China erscheint da bescheiden, doch in absoluten Zahlen weist das kommunistische Riesenreich nach den USA die zweithöchsten Armeeausgaben aus. Übrigens: In den Sechziger- und Siebzigerjahren erreichten die Militärausgaben in der Schweiz über 2% des BIP. Heute haben wir eine Schweiz mit halber Armee, sozusagen.