Unternehmen / Schweiz

Asmallworld ist das Schlusslicht der jüngsten IPO

Die SIX frohlockt ob der Börsenneulinge, doch aus Anlegersicht ist die Bilanz seit Jahresbeginn durchzogen.

Jos Dijsselhof frohlockt: «Die gute letztjährige Entwicklung der Neuzugänge an der Schweizer Börse wird dieses Jahr bereits im ersten Halbjahr übertroffen», lässt er sich in einer Mitteilung zum Börsengang der Lalique (LLQ 25.4 1.6%) Group zitieren. Der SIX-CEO kann durchaus zu diesem Urteil kommen, auch wenn an der Limmat spektakuläre IPO (Initial Public Offerings) wie jüngst Adyen (ADYEN 685.2 -7.41%) in Amsterdam ausgeblieben sind. Aus der Perspektive der Anleger sieht das Bild aber anders aus.

Immerhin zeigen das Technologieunternehmen Sensirion (SENS 35 0%) (Mikrosensoren und -systeme) und der Medtech-Anbieter Medartis (MED 36.5 4.58%) (Implantate) eine gute Kursentwicklung. Zum Emissionspreis kam aber kaum jemand zum Zug, und wer nach dem Start am Markt kaufte, verzeichnet bis anhin eine nur leicht bessere Entwicklung als der Swiss Performance Index (SPI (SXGE 11291.96 0.17%)).

Ceva Logistics, der seit Jahresbeginn gemessen an der Marktkapitalisierung von 1,4 Mrd. Fr. grösste Neuzugang, enttäuscht die Investoren. Der Kurs überstieg bisher nie den Emissionspreis und notiert derzeit 9,3% darunter; die anfängliche Skepsis hat sich bestätigt. In etwa so wie befürchtet haben sich die Aktien von Asmallworld (ASWN 1.88 0%) entwickelt. Seit dem Höchst Ende April geht es mit den Titeln des Betreibers eines sozialen Netzwerks stetig abwärts. Anzeichen für eine Trendwende sind nicht auszumachen.

Für die kommenden Wochen zeichnet sich derzeit kein weiterer Neuzugang ab. Am Dienstag allerdings gab es zu einem der vielen Schweizer «Daueraspiranten» Meldungen: Die Agentur Reuters berichtete, Selecta könnte schon bald, womöglich 2018, an die Schweizer Börse gehen. Der Buy-out-Fonds KKR, der Eigentümer des Snackautomaten-Betreibers, werde von Lazard beraten, und die habe bereits bei anderen Banken sondiert, ob sie bei der Transaktion mitarbeiten wollten.