Unternehmen / Finanz

Atempause eröffnet Chancen

Lockdown und Digitalisierung haben den Fintech-Sektor beflügelt. Nun könnten die Bewertungen aufgrund steigender Zinsen und der Öffnung der Wirtschaft wieder sinken.

Beatrice Bösiger

«Fintech-Aktien legen momentan eine Atempause ein», sagt Guy de Blonay, der beim britischen Vermögensverwalter Jupiter den Financial-Innovation-Fonds verwaltet. Tatsächlich scheint den Unternehmen der Finanztechnologie (Fintech) ihr viel zitierter Coronaschwung derzeit abhandengekommen zu sein.

Im US-Leitindex Dow Jones haben etwa der Kreditkartenanbieter Visa wie auch technologielastige Titel aus anderen Branchen im ersten Quartal 2021 verloren. De Blonay führt die Abkühlung der Kurse unter anderem auf Inflationserwartungen und steigende Zinsen zurück.

Das hat zur Folge, dass Wachstumsunternehmen, zu denen auch die meisten Fintechs zählen, nicht mehr so günstig zu Kapital kommen wie bis anhin. Die Erwartungen an den künftigen Gewinn sinken, was wiederum auf der aktuellen Bewertung der Gesellschaften lastet.

Längerfristiges Potenzial bleibt intakt

Abgeschrieben sind Fintechs an der Börse damit jedoch noch nicht. Sinkende Bewertungen eröffnen Anlegern auch Chancen für Zukäufe. Längerfristig bleibt das Potenzial für Fintechs intakt. «Tiefere Bewertungen ändern ja nur den Preis, den Anleger für ein Unternehmen zu bezahlen bereit sind, und nicht dessen Wachstumsperspektiven», sagt de Blonay. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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