Asien setzt auf Atomkraft. Um dem Energiehunger der Konsumenten und der Wirtschaft einigermassen gerecht zu werden – wenn möglich nicht allein mit den mit Blick auf die Atmosphäre bedenklichen Kohlekraftwerken –, will China bis 2027 nach Zahlen der Branchenorganisation World Nuclear Association achtzehn Atommeiler ans Netz nehmen: Weltweit ist das gut jede dritte n­eue solche Anlage, die dann­zumal Strom liefern soll. Der gleichermassen stromgierige Nachbar Indien baut sieben neue Meiler, das kleine, aber agile Südkorea immerhin vier. Eine ganze Reihe weiterer künftiger Kernkraftwerke entsteht in anderen Ländern Asiens. In Nordamerika sind es nur zwei und auch in Europa bloss eine Handvoll. Frankreich und das Vereinigte Königreich etwa bleiben am Ball; neben Versorgungserwägungen dürfte es für diese beiden Atommächte von Belang sein, in der Nukleartechnologie auf dem neusten Stand der Forschung zu bleiben und die entsprechenden Kapazitäten zu pflegen. Das wird ebenso für die USA gelten. Die Schweiz hingegen ist, wie Deutschland, mit dem Ausstieg beschäftigt – aus welchen Quellen künftig stetig, verlässlich und ausreichend Elektrizität für den hierzulande vorhersehbar steigenden Bedarf zufliessen soll, ist bis dato freilich nicht glaubhaft geklärt. Gegenwärtig sind in rund 30 Ländern gut 440 Reaktoren in Betrieb.