Märkte / Makro

Auf Corona-Schock folgt Konkurswelle

Trotz staatlichem Rettungseinsatz müssen sich Anleger auf viel mehr Zahlungsausfälle, Bankrotte und Herabstufungen gefasst machen.

Peter Rohner und André Kühnlenz

Während sich das Coronavirus über den Globus ausbreitet, rollt schon eine neue zerstöre­rische Welle an. Es ist eine Welle von ­Konkursen, Zahlungsausfällen und faulen Krediten. Sie erfasst die schwächsten ­Unternehmen und Staaten, die durch die Maschen des Rettungsnetzes fallen, das ­Regierungen, Zentralbanken und supranationale Institutionen spannen. Wie gross an den Kapitalmärkten die Angst vor Zahlungsausfällen ist, zeigt der scharfe Einbruch der Anleihenkurse, der mit einem steilen Anstieg der Renditen einhergegangen ist.

Am US-Markt für hochverzinsliche ­Anleihen, auch Ramsch- oder Junkbonds ­genannt, ist der mittlere Renditeaufschlag gegenüber sicheren Staatsanleihen in ­weniger als zwei Wochen auf über 10 Prozentpunkte (Pp) gestiegen, den höchsten Stand seit der Finanzkrise. Wertpapiere mit Renditeaufschlägen von 10 Pp. und mehr gelten als hoch gefährdet, im Jargon «Distressed» genannt. Die ­Renditeaufschläge sind als Prämie zu ­verstehen, die Investoren verlangen, um Anleihen mit höherem Ausfallrisiko und geringerer Liquidität zu halten.

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Leser-Kommentare

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John Feigl 27.03.2020 - 23:21

Von einer Ausfallquote (Default Rate) von 10% für Europa geht S&P nicht aus. Konkret schreibt S&P dazu folgendes:
“These factors will likely result in a surge in defaults, with a default rate on nonfinancial corporates in the U.S that may rise above 10% and into the high single digits in Europe over the next 12 months.” (S&P, 17.3.2020)

Peter Rohner 31.03.2020 - 09:00

Danke für den Hinweis. Der geschätzte Anstieg der Ausfallquote auf 10% oder mehr gilt für den US-Markt. Wurde im Text angepasst.