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Auf diese Aktien setzen die US-Börsengurus

Starinvestoren wie George Soros und Warren Buffett müssen regelmässig ihr Portfolio offenlegen. Neu taucht in ihren Positionen auch eine Schweizer Aktie auf.

Aufs Jahresende hin läuft es wieder rund an den Börsen. Die Furcht vor einer neuerlichen Eskalation des US-chinesischen Handelskriegs ist gesunken, auch von einer Rezession spricht kaum jemand mehr.

Dieses Umfeld macht es umso interessanter, um die Portfolios der amerikanischen Starinvestoren zu analysieren. Wo haben sie Gewinne mitgenommen und in welchen Aktien neue Positionen aufgebaut, um für die nächsten Monate gut positioniert zu sein? Alle drei Monate müssen Buffett & Co. gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC ihre Aktienbestände offenlegen. Das gibt für Privatanleger jeweils spannende Einblicke.

Soros gefällt Alcon

George Soros hat unter den Börsengurus volumenmässig das kleinste, aber mitunter eines der diversifiziertesten Portfolios. Er handelt zudem äusserst aktiv: 28 neue Positionen sind im Laufe des dritten Quartals 2019  hinzugekommen, 33 hat er abgestossen. So ist der Wert seines US-Aktienportfolios von 4,3 auf 3,6 Mrd. $ zurückgekommen. Inzwischen hält er 122 Beteiligungen, vor eineinhalb Jahren waren es noch über 200 gewesen. Abgebaut hat Soros vor allem bei seinen grössten Positionen, Liberty Broadband und Vici Properties. Zusätzlich hat er beim Casinobetreiber Caesars Entertainment weitere Gewinne mitgenommen, nachdem die Titel dieses Jahr fast 90% zugelegt haben. Innerhalb eines halben Jahres hat er seine Beteiligung auf die Hälfte zurückgefahren.

Sein grösster Neukauf ist der Fitnessbike-Anbieter Peloton, der erst im Herbst an die Börse gekommen ist. Daneben hat er eine Beteiligung am SMI-Unternehmen Alcon, das ebenfalls in den USA gelistet ist, erworben. Komplett abgestossen hat er den Medienkonzern Disney, dessen Titel sich in den vergangenen Monaten überdurchschnittlich entwickelt hatten.

Buffett setzt auf Luxusmöbel

Kein anderer Börsenguru hat ein so schweres Portfolio wie Warren Buffett. Der Wert der von seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway gehaltenen Beteiligungen ist im dritten Quartal erneut leicht gestiegen – von 208 auf knapp 215 Mrd. $. Allein ein Viertel davon entfällt auf den Tech-Giganten Apple, der im Jahresverlauf rund 60% an Wert gewonnen hat.

Seine Apple-Position hat Buffett minim gestutzt, ebenfalls hat er 7% seiner Beteiligung an Wells Fargo abgestossen. Im Gegenzug kaufte er 1,2 Mio. Aktien des ­Luxusmöbelhändlers RH. Mit welchem Hunger Investoren solche Meldungen verfolgen, zeigt die Tatsache, dass RH nach Offenlegung des Einstiegs von Buffett am Donnerstagabend im nachbörslichen Handel 7% zulegten.

Eine weitere neue Position Buffetts ist Occidental Petroleum. Damit zieht er Carl Icahn nach, der drei Monate zuvor ebenfalls Aktien des Erdöl- und Erdgasförderers aus Texas gekauft hat.

Loeb ohne Lob

Normalerweise teilt Aktivist Dan Loeb gerne aus, derzeit ist es aber ziemlich ­ruhig um den Gründer des Hedge Funds Third Point. Einige Wetten haben seine Performance im dritten Quartal zerzaust. So hatte er sich mit argentinischen Staatsanleihen verzockt, auch mit seinen Shortpositionen auf Aktien lag er oft falsch.

Dan Loeb, der unter anderem auch an Nestlé beteiligt ist, hat im dritten Quartal zwei neue grössere Beteiligungen aufgebaut: am Finanzdienstleister Fidelity National Information Services (FIS) sowie am Pharmakonzern Allergan. Im Juni gab Abbvie bekannt, Allergan für 63 Mrd. $ kaufen zu wollen. Weiter aufgestockt hat Loeb bei Salesforce und Burlington. Verkauft hat er seine Beteiligung am Streamingdienst Netflix, an Worldpay (die von FIS übernommen wurde) und Marathon Petroleum.

Icahn will Dealmaker sein

Der aktivistische Investor Carl Icahn hat sein energielastiges Portfolio mit etwas Technologie erweitert. Für Aufmerksamkeit sorgte vor allem sein Einstieg beim Computer- und Druckerhersteller HP, der nun seine fünftgrösste Position ausmacht. Gemäss «Wall Street Journal» will der 83-jährige Milliardär auf eine Fusion von HP und Xerox drängen. An Letzterer hat Icahn bereits seit fast vier Jahren eine 10%-Beteiligung.

Bereits im August war bekannt geworden, dass Icahn im grossen Stil beim Softwarehersteller und Big-Data-Spezialisten Cloudera eingestiegen ist. Der Starinvestor sieht das Unternehmen gegenüber Branchenkonkurrenten als deutlich unterbewertet an.

Weiter aufgestockt hat er seine Positionen, die er bereits an Caesars Entertainment und Hertz Global hält. Gesunken ist im Gegenzug seine Beteiligung an Occidental Petroleum.

Ackman als Trittbrettfahrer

Eher unspektakuläre Veränderungen meldet jeweils Bill Ackman mit seinem Investmentvehikel Pershing Square Capital. Nach dem Verkauf seiner Beteiligung am IT-Service-Unternehmen ADP hält er in seinem 6 Mrd. $ schweren Fonds gerade noch sieben Positionen.

Auffallend ist, dass Ackman seine vier grössten Beteiligungen, darunter sind zwei Restaurantketten und ein Hotelbetreiber, leicht reduziert hat. Die Mittel hat er in den Ausbau seiner Position in der Beteiligungsgesellschaft seines Widersachers Warren Buffett investiert – in Berkshire Hathaway.