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Auf diese Aktien setzen US-Börsengurus

Starinvestoren wie Warren Buffett, Carl Icahn und Dan Loeb legen ihr Portfolio mit amerikanischen Aktien offen. Das sind ihre grössten Beteiligungen.

Es sind keine einfachen Zeiten für Anleger. Im Handelsstreit zwischen den USA und China überbieten sich die Parteien mit Strafzöllen und anderen Handelshemmnissen. Das belastet Unternehmen, Konsumenten und die Konjunktur. Entsprechend warnt die inverse Zinskurve in den USA wieder vor einer Rezession.

Wenig Klarheit gibt es auch von der Geldpolitik. Die amerikanische Zentralbank hat den Zyklus der Straffungen beendet. Marktteilnehmer rechnen mit einer Senkung des Leitzinses bis Ende Jahr. Auf eine Lockerung drängt auch US-Präsident Donald Trump. Doch die Währungshüter halten dagegen. Sie wollen abwarten und machen den Zinspfad von den Wirtschaftsdaten abhängig.

Trotz der diversen Fragezeichen erreichten die US-Aktienmärkte gemessen am marktbreiten S&P 500 (SP500 3001.54 0.4%) und am technologielastigen Nasdaq Composite Ende April ein Rekordhoch. Längerfristig betrachtet befinden sich die Indizes aber seit Anfang 2018 in einer Seitwärtsbewegung. In solch einem Umfeld kann es sich lohnen, einen Blick auf die Holdings der Starinvestoren zu werfen. Börsengurus wie Warren Buffett und Carl Icahn haben vor wenigen Tagen ihre Positionen per Ende März publiziert.

Buffett setzt auf Tech-Titel

Warren Buffett ist eine lebende Investorenlegende und spielt in einer eigenen Liga. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (BRK.A 313058 -0.25%) hat gemäss den Unterlagen, die er der Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, 199,5 Mrd. $ in US-Aktien investiert – ein Viertel davon in Apple (AAPL 235.16 0.34%). Der relative Anteil hat sich wegen der starken Kursperformance des iPhone-Herstellers erhöht. Berkshire Hathaway selbst hat die Position nicht verändert. Die Gesellschaft hält weiterhin 5,5% am Tech-Koloss.

Aufgebaut hat Buffett eine Position in Amazon (AMZN 1794.4 0.95%). Dies hatte er Anfang Monat vor der Investorenkonferenz in Omaha bekannt gegeben. «Ja, ich war schon immer ein Fan und ich bin ein Idiot gewesen, dass ich nicht schon gekauft habe», sagte er damals gegenüber dem Fernsehsender CNBC. Per Ende März hatte die Position einen Wert von 860,6 Mio. $. Das Investment verdeutlicht den wachsenden Einfluss der Portfoliomanager Todd Combs und Ted Weschler auf die Strategie von Berkshire Hathaway. Sie waren wohl auch bei der Investition in Apple und Red Hat (RHT 187.71 0%) treibende Kräfte.

Die Position am Softwareunternehmen Red Hat hat Berkshire Hathaway im ersten Quartal aufgestockt. Sie wurde erst im vierten Quartal 2018 aufgebaut. Unklar ist, ob vor oder nach der Übernahmeofferte von IBM (IBM 134.54 -5.33%). Der IT-Konzern hat Ende Oktober die Akquisition von Red Hat für 33 Mrd. $ angekündigt. Das entspricht 190 $ je Aktie und ist mehr als der aktuelle Preis. Ausgebaut hat Buffett zudem seine Wette auf die Grossbank JPMorgan  sowie auf die Fluglinie Delta Air Lines. Leicht getrimmt hat er hingegen sein Investment in die Grossbank Wells Fargo und in die Fluggesellschaft Southwest Airlines.

Icahn wettet auf Vegas

Der aktivistische Investor Carl Icahn hat im ersten Quartal eine Position im Kasinobetreiber Caesars Entertainment aufgebaut. Er besitzt per Ende März 15,9% am Unternehmen, was einem Wert von 862,5 Mio. $ entspricht. Wie bereits bekannt, strebt er den Verkauf oder die Fusion des Kasinobetreibers an. Um die Transaktion zu finanzieren, hat er seine Positionen in der Minengesellschaft Freeport-McMoRan (FCX 9.42 -0.84%), im Autovermieter Hertz Global (HRI 46.21 5.96%) sowie im Energieunternehmen Diamondback Energy reduziert.

Aktiv war im ersten Quartal auch Dan Loeb. Der Chef des Hedge Funds Third Point, der mitunter auch an Nestlé (NESN 103.96 -1.98%) beteiligt ist, baute eine Position in Fox in der Höhe von 358 Mio. $ auf. Das Medienunternehmen Fox – auch bekannt unter «New Fox» umfasst primär die Fernsehsender, die der Unterhaltungskonzern Disney (DIS 132.735 1.43%) von 21st Century Fox nicht übernehmen wollte. Dazu zählen unter anderem, die Sender Fox News, Fox Business und Fox Sports. Aufgebaut hat Loeb zudem Positionen im Energieunternehmen Marathon Petroleum, in der Online-Videothek Netflix (NFLX 295.18 3.11%) sowie im IT-Konzern Microsoft (MSFT 139.75 -0.47%).

Auch in den Fokus des aktivistischen Investors geraten ist Sony (SNE 60.01 1.85%). Third Point hält eine Beteiligung von 63 Mio. $ am Unternehmen, über die in New York kotierten Aktien des japanischen Konzerns. Laut Medienberichten pocht Loeb auf strategische Anpassungen. Bereits vor sechs Jahren beteiligte sich Loeb an Sony. Er konnte sich mit seinen Plänen zwar nicht durchsetzen, erzielte aber dennoch einen Gewinn. Damals forderte er die Abspaltung eines Teils der Unterhaltungssparte. Auf welche Veränderungen Loeb diesmal drängt, ist noch nicht bekannt.

Soros kauft Tesla

Auf Aktien von Technologieunternehmen setzt auch David Tepper. Seine grösste Wette ist die Investition in den Chip-Hersteller Micron (MU 45.44 0.62%) Technology in der Höhe von 796 Mio. $. Aufgebaut hat er zudem eine Position in Amazon sowie in den chinesischen IT-Konzern Alibaba (BABA 176.5 -0.35%). Reduziert hat er hingegen Investitionen in die Energieunternehmen Energy Transfer sowie Vistra Energy. Weiter auf Veränderung drängt Tepper beim Pharmaunternehmen Allergan. Er hat seine Beteiligung am Botox-Hersteller auf 459 Mio. $ verdreifacht.  Er fordert unter anderem, dass CEO Brenton Saunders die Funktionen des VR-Präsidenten aufgibt. «Es sollte nun allen klar sein, dass die Geschäftsstrategie von Allergan überdenkt werden muss», schreibt er in einem Investorenbrief.

Bewegung gab es im ersten Quartal auch im Portfolio von George Soros. Unter den gut hundertsechzig Titeln im Depot seines Family Office baute er neue Positionen in der Telecomgesellschaft Comcast (CMCSK 58 -2.83%) sowie im Biotech-Unternehmen Celgene auf. Den Einsatz erhöht hat er ausserdem bei der Wette auf Tesla. Die Position im Elektroautobauer hatte Ende März einen Wert von 39 Mio. $. Verdoppelt hat er zudem die Positionen im IT-Unternehmen Salesforce sowie im Nahrungsmittelhersteller Conagra Brands.

Um diese Zukäufe zu finanzieren, trennte sich Soros von den Investitionen in der Google-Mutter Alphabet, in Amazon, im Telecomunternehmen AT&T (T 37.8352 0.12%) sowie im Nahrungsmittelkonzern Kraft Heinz (KHC 27.75 1.13%). Zudem reduzierte er einige seiner grössten Wetten geringfügig. So verkaufte er einen Drittel der Aktien an Caesars Entertainment und stutzte die Positionen in VICI Properties.

Leser-Kommentare

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Thomas Burger 16.05.2019 - 08:09

Zitat: “Zugekauft hat Buffett zudem beim Softwareunternehmen Red Hat (RHT 185.28 0.18%).”
Soweit ich weiss hat IBM im letzten Oktober eine Uebernameofferte für RHT gemacht…

Frank Heiniger 16.05.2019 - 17:53
Sehr geehrter Herr Burger Sie haben mit der Übernahmeofferte völlig recht. Allerdings ist die Akquisition noch nicht in trockenen Tüchern und dürfte wohl erst im zweiten Semester 2019 abgeschlossen werden. Wegen der verbleibenden Unsicherheit werden die Red-Hat-Aktien deshalb weiterhin unter dem gebotenen Übernahmepreis von 190 $ gehandelt. Es ist denkbar, dass Buffett die Übernahme als sicher bewertet und den Risikoabschlag… Weiterlesen »