Märkte / Emerging Markets

Auf und Ab an Chinas Börsen

Nach dem Kurseinbruch vom Montag konnte die Talfahrt zwar gestoppt werden, doch der Handel ist nervös. Der Yuan hat sich etwas gefestigt.

Der Hauptindex der Aktienmärkte von Festlandchina, CSI 300 legte am Dienstag bis 13 Uhr rund 0,8% zu, nachdem er im frühen Handel zeitweise über 3% eingebüsst hatte. Nach der Mittagspause drehte er jedoch noch einmal kräftig ins Minus und beendete den Handelstag dann mit 0,3% im Plus.

Am Montag war der Handel an den Börsen Schanghai und Shenzhen nach den Kursverlusten von 7% für den Rest des Tages automatisch suspendiert worden. Die Börse Hongkong, die anders als ihre Pendants in Schanghai und Shenzhen nicht durch Kapitalverkehrskontrollen von den globalen Geldflüssen isoliert ist, lag am Dienstag am Ende der Morgensitzung leicht im Minus. Der Hang Seng (Hang Seng 25734.22 0.94%) Index hatte am Montag 2,7% verloren.

Durchzogene Konjunkturdaten

Gemäss Nachrichtenagenturen schoss die People’s Bank of China am Dienstag über Repogeschäfte 130 Mrd. $ Yuan (19,9 Mrd. $) in den Geldkreislauf ein. Gleichzeitig steuerte die Notenbank der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft den Wechselkurs des Yuans leicht nach oben. Damit soll der seit Monaten anhaltende Kapitalabfluss ins Ausland verlangsamt werden.

Schwache Konjunkturdaten

Der Crash am ersten Handelstag des Jahres war eine Antwort auf den am Freitag veröffentlichten Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie vom Dezember. Der Purchasing Managers Index (PMI) zeigte gegenüber dem November eine leichte Verbesserung, doch schrumpften die Aktivitäten weiter. Ein anderer Frühindikator, der PMI des Dienstleistungssektors, wies hingegen auf eine deutliche Wachstumsbeschleunigung hin. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der strukturelle Anpassungsprozess auf gutem Weg ist. So soll die einseitige Abhängigkeit des Wachstums von Sachinvestitionen und Exporten zugunsten des Privatkonsums verringert werden.

Ökonomen der UBS (UBSG 10.14 1.73%) gehen davon aus, dass sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft im Dezember dank der in den vergangenen Monaten von der Regierung eingeleiteten Massnahmen stabilisiert hat. Sie rechnen damit, dass die Kredite im Dezember 15% schneller expandierten als im Vorjahreszeitraum.

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