Märkte / Emerging Markets

Aufholjagd der Schwellenländerbörsen hält an

Dank der Erholung der Rohstoffpreise und besserer Konjunkturdaten haben sich die Schwellenländerbörsen jüngst kräftig erholt. Für eine nachhaltige Rally fehlt jedoch das Gewinnwachstum.

Plötzlich ist die Welt wieder in Ordnung: Die Konjunktursorgen sind in den Hintergrund gerückt, der Dollar hat sich zuletzt leicht abgeschwächt, und die Rohstoffnotierungen geben wieder Lebenszeichen von sich. Das reichte aus, um an den unbeliebten Schwellenländerbörsen eine heftige Erholung auszulösen; vom Jahrestiefst im Januar ist der MSCI Emerging Markets Index rund 17% in die Höhe geschossen. Seit Jahresbeginn hat er etwas über 1% an Wert zugelegt, während der Swiss Market Index fast 10% verloren hat.

Doch laut Geoff Dennis, Aktienstratege bei UBS (UBSG 15.99 +0.35%), dürfte die Freude der Anleger nicht mehr allzu lange währen. Denn die abklingenden Wachstumsängste könnten die US-Notenbank Fed in ihrer Absicht bestärken, die Leitzinsen zu normalisieren.

Weitere Zinsschritte in diesem Jahr dürften aber den Dollar wieder stärker werden lassen, was schlecht wäre für die aufstrebenden Volkswirtschaften, die ohnehin schon unter Kapitalabflüssen leiden. Gleichzeitig sind Schwellenländeraktien nicht mehr günstig. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der geschätzten Gewinne bewegen sich die Bewertungen bereits wieder über dem langjährigen Durchschnitt.

Arthur Budaghyan vom Analysehaus BCA Research ist ebenfalls skeptisch, was die Nachhaltigkeit der jüngsten Aufwärtsbewegung anbelangt: «Der Hauptgrund für unsere vorsichtige Haltung sind die trüben Gewinnaussichten.» Er erwartet 2016 einen Rückgang der Unternehmensprofite im zweistelligen Prozentbereich – deshalb dürfte der Börsenerholung schon bald wieder die Luft ausgehen.