Märkte / Aktien

Schweizer Börse auf Richtungssuche

Am Donnerstag wollte der SMI sich zuerst nicht auf ein Vorzeichen festlegen, schloss dann aber leicht tiefer.

(AWP) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag etwas leichter geschlossen. Nach dem fulminanten Wochenauftakt habe die Anfang des Monats begonnene starke Aufwärtsbewegung an Dynamik verloren, sagten Marktbeobachter. Denn allmählich dämmere es den Anlegern, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis eine Impfung gegen das Coronavirus verfügbar sei. Die Euphorie diesbezüglich habe merklich nachgelassen.

Am Berichtstag fanden die Märkte an einem eher impulslosen Tag nie eine eindeutige Richtung. Denn auf den zuletzt erreichten Niveau seien die Käufer ausgegangen. Im Fokus bleiben auch die Nachwehen der US-Wahlen von vergangener Woche, da es beglaubigte Endergebnisse der Wahl aus allen Bundesstaaten erst zum 8. Dezember geben soll. Absolute Rechtssicherheit wird allerdings erst am 6. Januar herrschen nach der Abstimmung im US-Kongress.

Zurich legen zu 

Nach Angaben zum Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten waren die Papiere des Versicherers Zurich gesucht. Der Zwischenbericht wurde am Markt positiv aufgenommen, lagen die publizierten Zahlen doch über den Erwartungen der Analysten (mehr dazu hier).

Der Pharmazulieferer Lonza (LONN 551.80 +0.69%) ritt unterdessen weiterhin auf der Corona-Welle. Der US-Partner Moderna hatte zuletzt angekündigt, möglichst bald ein Update zu seinem Impfstoff zu geben. Die guten Resultate von Pfizer (PFE 37.23 +1.92%) und Biontech mit ihrem Impfstoff wecke Hoffnungen, hiess es im Handel.

Zur kleinen Gruppe der Gewinner zählten auch einige zyklische Aktien wie Kühne+Nagel, Geberit (GEBN 543.20 0%) und SGS (SGSN 2'588.00 +0.04%). Nach den jüngsten Meldungen des Warenprüfers – eine ungewohnt grosse Akquisition und positive Angaben zum Geschäftsverlauf – macht sich unter Händlern nun Optimismus breit, dass die Papiere vielleicht ihren seit Jahren andauernden Seitwärtstrend verlassen könnten.

In den hiesigen Technogieaktien dominierten nach einem kurzen Erholungsversuch im frühen Handel die Verlierer: AMS (AMS 23.62 +3.69%), Temenos (TEMN 115.10 -0.56%) und Logitech (LOGN 78.36 +0.28%) büssten allesamt an Terrain ein. In den ersten Handelsstunden waren die Tech-Aktien noch den Vorgaben der Wall Street und aus Asien gefolgt.

Gewinner wurden zu Verlierern 

Die grössten Abgaben gingen aber auf zuletzt gut gelaufene Papiere wie Alcon (ALC 57.82 +0.52%), Richemont (CFR 76.78 -0.29%), Julius Bär (BAER 52.44 +1.04%) oder UBS (UBSG 13.16 +0.19%). Auch Credit Suisse (CSGN 11.72 +0.51%) gingen tiefer aus dem Handel.

Bei Sonova (SOON 223.70 +1.54%) verwiesen Marktteilnehmer auf belastende Aussagen des Rivalen GN Resound zur Absatzentwicklung im Oktober. Und mit Blick auf Swiss Re (SREN 83.74 -0.43%) sprachen Händler von belastenden Umschichtungen innerhalb des europäischen Versicherungssektors.

Die drei Schwergewichte Novartis (NOVN 81.06 -0.25%), Roche (ROG 302.50 -0.2%) und Nestlé (NESN 102.30 -0.08%) hoben sich gegenseitig auf und vermochten für einmal nicht, dem Gesamtmarkt ihren Stempel aufzudrücken.

Im breiten Markt wurden Flughafen Zurich nach enttäuschenden Passagierzahlen gemieden (lesen Sie hier mehr). Der Technologie-Selloff liess sich auch am breiten Markt an Aktien wie Kudelski (KUD 3.48 +0.87%), Crealogix (CLXN 116.00 0%) oder U-Blox (UBXN 66.95 +10.66%) ablesen.

 

Leser-Kommentare