Unternehmen / Schweiz

Auslandkotierung ergibt nur bedingt Sinn

Dutzende hiesige Unternehmen sind ausschliesslich an einer ausländischen Börse gelistet. Ein Trend ist allerdings einzig bei Biotechs ersichtlich.

Valentin Ade und Rupen Boyadjian

Rund fünfzig Schweizer Unternehmen sind an einer ausländischen Börse kotiert, und nicht an der heimischen SIX. Das mutet seltsam an. «Grundsätzlich ist es eindeutig sinnvoller, die Aktien dort kotieren zu lassen, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat», sagt Andreas Neumann, Leiter Equity Capital Markets bei der Zürcher Kantonalbank. Wenn Börsen- und Sitzland, Investoren und Kunden sich im selben Rechtsrahmen bewegen, halte das laut Neumann den Koordinationsaufwand und die Kosten in Grenzen.

Bei den allermeisten Unternehmen hat ihre Auslandkotierung denn auch historische Gründe. Nur einundzwanzig von ihnen haben aktuell eine Marktkapitalisierung von über 100 Mio. $Vierzehn davon wurden nicht hierzulande gegründet. Das grösste unter ihnen, der internationale Versicherer Chubb, stammt aus den USA. Der bekannteste Name in der Liste, Coca-Cola HBC, hat seine Wurzeln in Griechenland. Sie kamen aus ­speziellen Gründen in die Schweiz. Für die meisten dürften steuerliche Anreize schwer gewogen haben. Der steuergünstige Kanton Zug vereint denn auch eine Mehrheit der Unternehmen auf sich. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?