Märkte / Rohstoffe

Aussicht auf verlängerte Förderbremse treibt Ölpreise

Die Ölpreise legen deutlich zu. Die Erdölnationen der Opec+ wollen offenbar die Fördermenge nicht anheben.

(AWP) Die Ölpreise haben am Freitag ihre deutlichen Aufschläge vom Donnerstag weitgehend gehalten. Der Ölverbund Opec+ hat seine Förderung zunächst nicht angehoben und damit für eine Überraschung an den Märkten gesorgt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.27 -0.02%) 67,62 $. Das waren 88 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI (WTI 59.24 -0.49%)) stieg um 79 Cent auf 64,62 $.

Am Donnerstag hatten die Ölpreise im Handelsverlauf noch etwas höher gelegen und den höchsten Stand seit Anfang 2020 markiert. Auslöser war die überraschende Entscheidung des Erdölverbunds Opec+, die Ölförderung bis auf wenige Ausnahmen konstant zu halten. Am Markt war dagegen überwiegend mit einer Ausweitung gerechnet worden.

Seit längerem deckeln die Opec-Förderländer die Produktion, um die Preise angesichts der coronabedingt schwachen Nachfrage zu stützen. Weil sich die Konjunkturaussichten mit zunehmenden Corona-Impfungen aufgehellt haben, konnten sich viele Analysten eine Förderanhebung vorstellen. Doch der Ölgigant Saudi-Arabien hat sich mit seiner vorsichtigen Haltung offenbar durchgesetzt.

Russland dagegen pochte im Vorfeld auf eine Anhebung und konnte eine Ausnahme herausschlagen. Zusammen mit Kasachstan darf das ölreiche Land die Produktion etwas ausweiten. Saudi-Arabien hingegen hält die Förderung freiwillig niedriger, als es gemäss Absprache eigentlich müsste.