Märkte / Makro

Aussicht für Frankenschuldner trübt sich ein

Weniger Emittenten bekommen von den Banken noch einen positiven Bonitätsausblick. Die Herabstufung zu Ramsch ist bei einzelnen Unternehmen möglich.

Die Coronapandemie hinterlässt Spuren am Markt für Frankenanleihen. Auch wenn noch nicht alle Auswirkungen erkennbar sind, zeigt sich eins bereits klar: Schweizer Unternehmen und öffentliche Emittenten können sich ohne Probleme in Franken verschulden. Allerdings verschlechtert sich die Bonitätsbewertung und der Ausblick für einige Schuldner.

«Die Coronakrise ist bislang keine Finanzkrise, der Finanzsektor wirkt im Gegenteil sogar schockabsorbierend», sagen die Fachleute der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Kreditrisiken gebe es hauptsächlich bei Unternehmensschulden. Dabei schütze aber das Kreditprogramm der Eidgenossenschaft vor Zahlungsausfällen. Einen heftigen Umsatzeinbruch dürften Medizinaltechniker wie Straumann und Sonova nur langsam aufholen. Auch Flughäfen und Spitäler leiden. Von einem Nachfrageinbruch und Angebotsstopp sind Maschinenbauer betroffen. Besser läuft es in der Chemie, wo ein gravierender Nachfrageeinbruch ausgeblieben ist.

Mehr negative Ausblicke

Die Kreditanalysten der ZKB decken 94% des ausstehenden Volumens des inländischen Anleihenmarkts ab. Dazu gehören neben Unternehmen auch die beiden Pfandbriefinstitute, Kantone, Kantonalbanken und Städte, die von den grossen internationalen Ratingagenturen Standard & Poors, Moodys oder Fitch nicht eingestuft werden. Im Swiss Rating Guide der ZKB, dessen aktuelle Ausgabe vergangene Woche erschienen ist, finden sich 145 Anleihenemittenten. Der Anteil der Schuldner mit negativem Ausblick ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen, von 11% auf 21%. Nur noch 3% der Emittenten haben einen positiven Ausblick, 2019 waren es 7%.

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