Unternehmen / Finanz

Aussichtslose Opposition gegen Credit Suisse

Die grossen US-Stimmrechtsberater stützen alle GV-Traktanden. Ethos fordert die Abwahl von Präsident Urs Rohner.

Milliardenverlust und Millionenboni. Womit Credit Suisse (CSGN 10.815 -2.52%) letztes Jahr noch vehemente Opposition bei allen Stimmrechtsberatern geweckt hat, ist im Vorfeld zur diesjährigen Generalversammlung (GV) kaum mehr Thema.

Die für das Abstimmungsverhalten des CS-Aktionariats dominanten amerikanischen Stimmrechtsberater Glass Lewis und ISS empfehlen ihren Kunden, alle Traktanden abzunicken. Dies, nachdem Credit Suisse die Vergütungspolitik seit der Letzten GV überarbeitet hat, auch wenn die Änderungen erst für das nun laufende Jahr Wirkung entfalten.

Opposition aus der Schweiz

Nur aus der Schweiz kommt noch Opposition: Ethos empfiehlt den Aktionären, die Vergütungsvorlagen abzulehnen: Zwar gehe die Überarbeitung des Vergütungssystems in die richtige Richtung. Doch: «Die variablen Vergütungen sind angesichts des weiteren Verlusts schlicht zu hoch», sagt Direktor Vincent Kaufmann.

Auch die Schweizer zRating empfiehlt, den Vergütungsbericht, die Vergütungsbasis des Verwaltungsrats von 12 Mio. Fr. sowie die Managementboni abzulehnen – 25,5 Mio. Fr. kurzfristige Boni für 2017 und den Rahmen von 58,5 Mio. Fr. für sogenannte langfristige Anreize. Die Vergütungshöhe sei angesichts der Ertragskraft unangemessen, begründet zRating. Der abermalige freiwillige Verzicht auf Vergütungen lässt den Stimmrechtsberater zudem an der Funktionsweise des Vergütungssystems zweifeln. Er sieht darin das Potenzial, die Reputation von Credit Suisse nachhaltig zu schädigen.

Nein zur Wiederwahl des Präsidenten

Genug ist genug, meint Ethos zudem zum Präsidenten und lehnt die Wiederwahl von Urs Rohner ab. «Wir glauben, Credit Suisse braucht einen neuen Präsidenten», sagt Ethos-Direktor Vincent Kaufmann. Es gehe um die Frage der Glaubwürdigkeit der Grossbank: Rohner habe bei der Credit Suisse operative Verantwortung getragen, als Verfehlungen vorkamen. Nun finde die Aufarbeitung unter seiner Präsidentschaft statt – mit sehr hohen Bussenzahlungen. Nach Milliardenvergleichen in den Vorjahren seien im Geschäftsjahr 2017 Rückstellungen von 700 Mio. Fr. für weitere Rechtsfälle verbucht worden. Die hohen Rechtskosten veranlassen Ethos zudem, dem gesamten Verwaltungsrat die Entlastung verweigern zu wollen.

«Der Bericht von Ethos steht der breiten Unterstützung entgegen, die wir in Zusammenhang mit unserem Vergütungsbericht und anderen Corporate-Governance-Angelegenheiten erfahren haben», kommentiert Credit Suisse.  Freilich, auch zRating will die Décharge verweigern. Begründung: «Mängel in der Geschäftsführung und ungenügende Aufsicht.»

Die komplette Historie zu Credit Suisse finden Sie hier. »

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