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Australiens Börse profitiert von Bankaktien

Nach eine Reihe von Skandalen nimmt Australien die Finanzinstitute an die kurze Leine – die Regulierungen sind aber weniger einschneidend als erwartet. Die Banktitel steigen.

(Reuters/FH) Deutliche Gewinne hat der australische Leitindex S&P/ASX 200 am Dienstag verzeichnet, der vor allem von den starken Bankvaloren profitierte. Am Montag hatte eine von der Regierung eingerichtete Untersuchungskommission ihren Abschlussbericht vorgelegt, der weniger harsch als befürchtet ausgefallen ist. So will Australien nach gravierenden Fehlverhalten von Banken und Vermögensverwaltern eine neue Aufsichtsbehörde einrichten. Ausserdem sollen sich die Institute in 24 Fällen vor Gericht verantworten müssen, empfahl eine von der Regierung eingerichtete Untersuchungskommission am Montag in ihrem Abschlussbericht. So mussten Verbraucher für Dienstleistungen zahlen, die nie erbracht wurden. Zudem seien Kunden mit aggressiven Verkaufstaktiken ungeeignete Finanzprodukte angedreht worden. Auch an den Aufsichtsbehörden übte die Untersuchungskommission Kritik. Sie hätten Fehlverhalten entweder gar nicht oder zu lax bestraft.

Die Kommission hatte in den vergangenen elf Monaten Berichte über teilweise eklatantes Fehlverhalten untersucht. In die Skandale sind auch Grossbanken wie die Commonwealth Bank of Australia, die National Australia Bank und die Australia and New Zealand Banking Group verwickelt. Die grössten Finanzwerte des Landes haben seit Beginn der Untersuchung umgerechnet mehr als 35 Mrd. € an Börsenwert verloren. Nachdem das Fehlverhalten ans Licht kam, haben die Banken bereits ihre Standards für die Kreditvergabe verschärft. Das hat zum grössten Einbruch der Hauspreise in Australien seit einem Jahrzehnt beigetragen.

Sowohl Regierungsvertreter als auch die oppositionelle Labor-Partei, die nach aktuellen Umfragen bei den im Mai erwarteten Wahlen an die Macht kommen könnte, versprachen, alle 76 Empfehlungen der Kommission umzusetzen. Künftig sollen Finanzberater unter anderem Verkaufsprovisionen offenlegen müssen. Bestimmte Gebühren und Provisionen werden verboten.

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