Märkte / Aktien

Ausverkauf an Wallstreet

Der US-Aktienmarkt schliesst die Woche mit happigen Verlusten ab. Die straffere Geldpolitik und die Sorge um eine Abkühlung der Konjunktur drücken auf die Indizes.

Die US-Börsen schliessen die Woche mit einem tiefroten Freitag ab. Der Leitindex Dow Jones Industrial büsste 2,8% ein. Der marktbreite S&P 500 verlor 3,6%. Der technologielastige Nasdaq 100 (NDX 11'852.59 +0.62%) gab ganze 4,5% ab. Alle Sektoren schlossen im Minus.

Für den Nasdaq war der April mit –13,4% damit der schlechteste Handelsmonat seit Oktober 2008 zu Zeiten der Finanzkrise. Der Technologieindex befindet sich damit wieder in einem Bärenmarkt. Das heisst, er hat seit Jahresanfang über 20% verloren.

Der S&P 500 handelt im Korrekturbereich mit über 10% Verlust seit Beginn 2022. Es ist der schlechteste Jahresstart seit 1939. Auf inflationsbereinigter, annualisierter Total-Return-Basis ist es die schlechteste Performance des breiten Marktes seit 1974. Der April war mit –8,8% der schlechteste Monat seit dem Covid-Marktsturz im März 2020.

Straffere Geldpolitik

Es waren vor allem die grossen Tech-Titel, die den Markt am Freitag nach unten drückten. Amazon (AMZN 114.33 +0.73%) verloren rund 14%, nachdem der Onlinehandelsriese zum ersten Mal seit 2015 einen Quartalsverlust hatte bekannt geben müssen. Der iPhone-Konzern Apple (AAPL 141.56 +1.89%) (–3,7%) präsentierte zwar gute Zahlen, warnte allerdings vor Lieferkettenproblemen.

Von der US-Zentralbank Fed kann der Aktienmarkt keine Hilfe erwarten. Im Gegenteil wird erwartet, dass das Fed kommende Woche den Leitzins entschieden weiter anheben und in den kommenden Monaten diesen Kurs angesichts einer Inflation auf Vierzigjahreshoch beibehalten wird.

Furcht vor Rezession

Die Anleihenrenditen nehmen die Marschrichtung bereits vorweg und haben seit Jahresanfang signifikant angezogen. Das hat den Dollar relativ zu anderen Währungen im Wert steigen lassen. Auf der anderen Seite wirken sich steigende Zinsen tendenziell negativ auf Aktien aus.

Zudem lasten auf den Märkten die Auswirkungen des Ukrainekrieges. Die Sanktionen gegen Aggressor Russland haben Energie und Nahrungsmittel teils empfindlich verteuert. Das weckt Ängste vor eine bevorstehende Rezession. Die Analysten der Deutschen Bank prognostizieren genau das für die US-Wirtschaft auf Ende 2023.