Märkte / Emerging Markets

Autoabsatz in China bricht ein

Chinas Autoverkäufe sind im Mai zum elften Mal in Folge rückgängig. Neben dem Handelskonflikt bremst auch die vorzeitige Einführung neuer Abgasvorschriften den Absatz.

Der schon länger schwächelnde Automarkt in China hat im Mai einen Rekordrückgang erlitten. Die Zahl ausgelieferter Neuwagen sei um 16,4% auf 1,91 Mio. gesunken, teilte der Herstellerverband CAAM am Mittwoch mit. Neben dem Handelskonflikt Chinas mit den USA, der die Kaufkraft der Chinesen dämpft, habe die vorzeitige Einführung neuer Abgasvorschriften in den Provinzen den Absatz gebremst. «Wir haben den Herstellern zu wenig Vorbereitungszeit gelassen», erklärte ein CAAM-Vertreter. Dadurch sei das Angebot an Modellen mit der ab 2020 geltende Abgasnorm «China VI» geschmälert.

Der weltgrösste und für die deutschen Autobauer wichtigste Markt ist damit den elften Monat in Folge auf Talfahrt. Kunden zögerten zuletzt auch wegen bevorstehender Massnahmen der Regierung zum Ankurbeln des Absatzes. Anfang Juni hatte die staatliche Planungsbehörde NDRC ein Massnahmepaket angekündigt. Zum Beispiel dürfen die lokalen Behörden Kaufbeschränkungen für Autos mit Verbrennungsmotoren lockern und solche für Elektrofahrzeuge abschaffen. Noch wirksamere Eingriffe, über die in Medien spekuliert wurde, blieben hingegen aus – so etwa eine Erhöhung der erhältlichen Pkw-Zulassungen um 50% in den Metropolen Peking, Schanghai und Guangzhou.

Die Marktabkühlung trifft das Volumensegment stärker als Premiumfahrzeuge, wie auch an den Absatzzahlen von Volkswagen (VOW 176.65 0.74%) und Mercedes-Benz abzulesen ist. Die Marke Volkswagen lieferte im Mai in China mit knapp 234’000 Fahrzeugen 7% weniger aus als im Vorjahresmonat. Bei Daimler (DAI 47.425 0.14%) belief sich das Minus auf knapp 1%. Weltweit schrumpfte der Absatz von Volkswagen im vergangenen Monat um 5% auf 512’100 Fahrzeuge, die Marke mit dem Stern büsste gut ein Prozent ein bei knapp 196’000 Auslieferungen.

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