Märkte / Rohstoffe

Autonomie ist noch fern

Die USA forcieren die Gewinnung seltener Erden. Vorerst bleibt man aber China ausgeliefert.

Mit der Coronavirusepidemie ist die globale Handelspolitik in den Hintergrund gerückt – und damit auch der Kampf um die seltenen Erden. Noch vergangenes Jahr, zum Höhepunkt des sino-amerikanischen Disputs, hatten die Metalle einige Turbulenzen verursacht: China drohte unterschwellig, die USA von der Versorgung mit den seltenen Erden, die aus vielen wichtigen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind, auszuschliessen. Wie aktuelle Produktionszahlen belegen, hat die Förderung ausserhalb Chinas inzwischen zwar zugenommen. Von Autonomie sind die westlichen Industrieländer aber weiterhin deutlich entfernt.

Dass sich die USA überhaupt mit diesem Problem herumschlagen müssen, ist der eigenen Prioritätensetzung zuzuschreiben. Noch bis in die Achtzigerjahre hinein wurde die globale Förderung von den Amerikanern beherrscht. Die Mountain-Pass-Mine im US-Bundesstaat Kalifornien produzierte einen Grossteil der weltweit benötigten seltenen Erden – ab den Sechzigerjahren etwa Europium, das für Farbfernseher gebraucht wurde. Wegen zunehmender Umweltbedenken und einer Verschärfung der gesetzlichen Auflagen überliess man die Gewinnung dann aber zunehmend China.

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