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Diktatoren sind Kindsköpfe, unweigerlich. Keiner, der nicht dem Kitsch verfallen wäre. Das Unabhängigkeitsdenkmal in Aşgabat, der Hauptstadt Turkmenistans, ist Disneyland ohne Charme, dafür mit Grössenwahn; an weiterem Bau-Bombast fehlt es in der Stadt nicht. Diese Seuche begann schon unter Saparmurat Nijasow, der 1991 die Macht übernahm, als sich das Land aus der Sowjetunion löste. Der «Türkmenbaschi» (Führer der Turkmenen) betrieb einen aberwitzigen Personenkult. Seit seinem Tod 2006 führt Nachfolger Gurbanguly Berdimuhamedow, von Beruf ursprünglich Zahnarzt, den Wüstenstaat in Zentralasien nicht minder straff und selbstverliebt. Er lässt sich «Arkadag», Beschützer, nennen und wurde dieser Tage vom turkmenischen Volk mit 98% der Stimmen wiedergewählt – Berdimuhamedow, 59, hat seine Jugend schliesslich in der UdSSR verlebt. Doch er ist eben geostrategisch allen nützlich: Der «Arkadag» sorgt, an der Grenze zu Afghanistan und Iran, für Ruhe und Ordnung und hält den gewalttätigen Islamismus aussen vor. Das Land lebt ja auch nicht schlecht von der Ausfuhr von Erdgas und -öl. Wer in Turkmenistan das Maul hält, kriegt genug zu beissen. Plus ästhetischen Anschauungsunterricht.