Unternehmen / Konsum

Banges Hoffen auf China

Nach einem fulminanten Jahresstart warten Luxusgüteraktien darauf, wiederentdeckt zu werden. In einer Schlüsselrolle sind die chinesischen Konsumenten.

Die Luxusgüterbranche ist zunächst mit Schwung aus der Pandemie gekommen. Ein wachstumsstarkes erstes Halbjahr und die Aussichten auf eine nicht minder erfolgreiche zweite Jahreshälfte zogen die Investoren an. Drei Monate später haben sie ein gemischtes Bild. Wachsende Sorgen über das Chinageschäft bremsten die Kursentwicklung von Richemont, Swatch Group, LVMH und Co. Ein Rumpler oder eine fundamentale Änderung? Die jüngsten Analysteneinschätzungen deuten auf Ersteres hin. Aufschluss dürften die nächsten Wochen geben.

In China ist am Donnerstag die Golden Week zum Nationalfeiertag zu Ende gegangen. Die ersten Oktobertage sind die wichtigsten Ferientage im Land. Millionen von Menschen sind dann ferienhalber oder zu Verwandtschaftsbesuchen unterwegs. Auch das Mondfest Mitte September stellt in der Regel einen Peak im Konsum dar. Konkrete Zahlen fehlen noch, doch Analysten der Citigroup schreiben in ihrem jüngsten Bericht, dass das Geschäft im September angezogen hat. Gespräche mit dem Management von Branchenvertretern würden klar darauf hinweisen.

Gewichtsverschiebung

Solide Drittquartalszahlen könnten die Befürchtungen zerstreuen, wonach der Wille der chinesischen Regierung zu mehr Regulierung und zur Teilhabe eines grösseren Anteils der Bevölkerung am wirtschaftlichen Erfolg dem Luxusgüterboom Grenzen setzt. Eine Sichtweise, die etwa die Ökonomen von HSBC vertreten. Die Politik des «gemeinsamen Wohlstands» (Common Prosperity) werde «den Mittelstand vergrössern und nicht die reichen Chinesen weniger reich machen», halten sie in einer Studie fest. Bis 2025 dürften mehr als 500 Mio. Chinesen zum Mittelstand gehören, so ihre Schätzung. Aktuell werden dazu 340 Mio. Menschen gezählt. Diesem potenziellen Kundenkreis räumen Uhrenhersteller und andere Luxusgüterproduzenten in ihrer Strategie einen wichtigen Platz ein.

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