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BoE will Fehlstart bei Anleihenkäufen langsam ausgleichen

Um eine mögliche Rezession abzuwenden, kauft die Bank of England (BoE) britische Staatspapiere zurück. Sie hat bislang jedoch nicht die gewünschte Menge an Papieren angedient bekommen.

(Reuters) Die britische Notenbank will nach dem Ausrutscher zum Start ihrer Anleihenkäufe zum Ankurbeln der Wirtschaft verlorenen Boden erst in einigen Monaten gutmachen. Ab November sollen die ausgefallenen Käufe über mehrere Monate nachgeholt werden, kündigte die Bank von England (BoE) am Mittwoch an.

Sie hatte von Investoren am Dienstag britische Staatspapiere mit langen Laufzeiten ab 15 Jahren erwerben wollen. Diese liessen sich aber nicht ausreichend locken. Die Notenbank wollte Bonds für 1,17 Mrd. £ kaufen, bekam aber nur ein Volumen von 1,12 Mrd. £ angedient. Es fehlten Papiere im Wert von 52 Mio. £.

Die Renditen britischer Staatsbonds (Gilts) reagierten auch am Mittwoch noch heftig. Zehnjährige Gilts markierten ein neues Rekordtief von 0,53%. Die Verzinsung fünfjähriger Titel fiel auf ein neues Allzeittief von 0,12%.

«Die Verkäufer streikten», kommentierten die Marktexperten der National-Bank in Essen. Für die BoE werde es nun teuer, das geplante Volumen bei ihrem Staatsanleihen-Kaufprogramm zu schaffen oder sie müsse bald auf andere Anleihen ausweichen.

Mit ihren aufgestockten Anleihenkäufen stemmt sich die Bank von England nach dem Brexit-Votum gegen eine drohende Rezession im Land. Sie hatte vergangene Woche angekündigt, in den nächsten sechs Monaten britische Staatsbonds im Umfang von weiteren 60 Mrd. £ zu erwerben.

Die Auktion vom Dienstag war der erste Versuch, Staatspapiere mit langen Laufzeiten im Rahmen des aufgestockten Programms zu kaufen. Zudem war es das erste Mal, dass die Notenbank seit dem Beginn der Anleihenkäufe im Jahr 2009 bei einer Rückkauf-Auktion nicht genügend verkaufswillige Investoren fand.

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