Unternehmen / Finanz

Bankaktien – ein zweischneidiges Schwert

Die Titel der kotierten Kantonal- und Retailbanken bergen ihren Reiz, doch vor allem mit Blick auf die Zukunft sind sie mit Vorsicht zu geniessen.

Stabilität, dein Name sei Schweizer Bankaktien. Im schlechtesten Anlagejahr seit 2008 hielten sich die Titel der kotierten Kantonal- und Retailbanken bemerkenswert stabil. Während 2018 der breite Markt in Form des Swiss Performance Index (SPI) über 10% an Wert verlor, verzeichnete der Retailbankenindex von «Finanz und Wirtschaft» ein Plus von knapp 2%. Dafür hat seit Jahresanfang der SPI über 14% zugelegt, während die Retailbanken «nur» 8% gutgemacht haben. Die letzten fünfzehn Monate zeigen beispielhaft die Vor- und die Nachteile dieser Aktien.

Die Stabilität der Kurse rührt von der Stabilität des Geschäfts der Geldhäuser her, die vor allem berechenbare Einnahmen auf langlaufenden Hypotheken erzielen. Seit Jahren legen sie so an Ertrag und Gewinn zu. 2018 konnten dreizehn Institute ihre Einnahmen steigern und alle bis auf eines auch den Gewinn. Zwar ist im historischen Tiefzinsumfeld diese ihre Hauptertragsquelle unter Druck. Sie können bis jetzt den Effekt aber ausgleichen, indem sie mehr Hypotheken vergeben, Gebühren und Negativzinsen erheben und erhöhen, selbst kaum mehr Zinsen zahlen und Rückstellungen für Kreditrisiken auflösen. Viele Banken versuchen zudem, ihr zweites Standbein, die Vermögensverwaltung, auszubauen. Alle bis auf vier konnten 2018 den Kommissionsertrag daraus steigern oder stabil halten.

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.

Leser-Kommentare