Unternehmen / Finanz

Banken freuen sich über ein Zückerchen aus Bern

Die geplante Verrechnungssteuerreform soll den Finanzplatz beflügeln. Doch das Potenzial bleibt unausgeschöpft.

Es harzt am Schweizer Anleihenmarkt. Unternehmen, die im grossen Stil Fremdkapital aufnehmen, emittieren Anleihen wegen steuerlicher Vorteile meist im Ausland und in Fremdwährungen. Auf Kosten der hiesigen Banken. Da für Emissionen im Euroraum oft ausländische Geldhäuser beigezogen werden, entgehen ihnen saftige Gebühreneinnahmen. Das soll sich nun ändern. Um den Anleihenmarkt zu beleben, will der Bundesrat die Verrechnungssteuer auf Zinsen für institutionelle Schweizer Investoren und generell für ausländische Investoren abschaffen.

Die Hoffnung: Wenn ausländische Investoren die Steuern nicht zurückfordern müssen, sind sie eher gewillt, in inländische Anleihen zu investieren. Der Markt würde grösser, was Unternehmen bewegen könnte, mehr Anleihen in der Schweiz zu begeben. Ende des ersten Quartals 2020 waren im Ausland Anleihen Schweizer Unternehmen über 441 Mrd. $ ausstehend, im Inland lediglich über 297 Mrd. $. Jedoch sind von Letzteren der grösste Teil Instrumente von UBS und Credit Suisse (CS), die der vorgeschriebenen Stärkung des Kapitalpuffers dienen und die von der Verrechnungssteuer ohnehin befreit sind.

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