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Banken halten ihre Standards für Firmenkredite stabil

Für das Sommerquartal bis Ende September wird damit gerechnet, dass die Geldhäuser bei den Vergabestandards im Firmenkreditgeschäft wieder etwas strenger werden.

(Reuters) Banken in der Eurozone haben im Frühjahr ihre Vergabestandards für Firmenkredite weitgehend stabil gehalten. Diese Entwicklung im zweiten Quartal spiegele unter anderem eine wirtschaftliche Erholung in der Währungsgemeinschaft wider, nachdem Corona-Eindämmungsmassnahmen aufgehoben worden seien, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag nach einer Umfrage unter Geldhäusern aus der Eurozone mit. Noch im ersten Quartal hatten die Finanzinstitute ihre Standards moderat verschärft.

Für das angelaufene Sommerquartal bis Ende September wird laut EZB-Umfrage damit gerechnet, dass die Geldhäuser bei ihren Vergabestandards im Firmenkreditgeschäft wieder etwas strenger werden. Die Notenbank befragte zwischen dem 14. und 29. Juni insgesamt 142 Institute zu ihrem Kreditgeschäft.

Befragte deutsche Geldhäuser lockerten laut Bundesbank im Frühjahr erstmals seit Beginn der Virus-Krise wieder ihre Vergabebedingungen für Firmenkredite. «Die Banken begründeten die Lockerungen insbesondere mit dem nach ihrer Einschätzung gesunkenen Kreditrisiko und ihrer gestiegenen Risikotoleranz», erklärte die Bundesbank. Auch die deutschen Finanzinstitute planten für das Sommerquartal wieder eine Verschärfung der Standards für Firmenkredite.

Steigende Nachfrage nach Firmenkrediten erwartet

Die Nachfrage der Firmen nach Darlehen ist laut EZB-Umfrage im Euro-Raum im Frühjahr leicht gestiegen. Zum ersten Mal seit dem dritten Quartal 2019 habe der Finanzierungsbedarf für Anlageinvestitionen positiv zur Kreditnachfrage beigetragen. Aus Sicht der EZB legt dies nahe, dass Unternehmen vor dem Hintergrund sich verbessernder Wirtschaftsaussichten bei Investitionen weniger zurückhaltend agierten. Auch für das dritte Quartal erwarten die Banken, dass die Nachfrage nach Unternehmenskrediten zunehmen wird.

Die Eurowächter befragen vier Mal im Jahr Geldhäuser im Euroraum zu ihren Kreditgeschäften. So verschaffen sie sich einen Überblick über die Finanzierungsbedingungen. Für die geldpolitischen Überlegungen der Notenbank liefern die Ergebnisse wichtige Anhaltspunkte. Die EZB hat massive Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, um während der Corona-Pandemie die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Haushalte günstig zu halten und den Kreditfluss an die Wirtschaft zu stützen. Die nächste Zinssitzung ist am Donnerstag.

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