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Blogs / Fintech

Banken holen bei Fintech-Investitionen auf

Valentin Ade
Während in den USA weniger Wagniskapital in die Unternehmen der Finanztechnologie gesteckt wird, legt Europa zu. Auch eine Schweizer Grossbank sticht dabei hervor.

Fintech-Unternehmen in den USA, Europa und Asien haben im ersten Quartal 2017 insgesamt 2,7 Mrd. $ Wagniskapital in 226 Investitionsrunden eingesammelt. Das hat eine Auswertung des Datenanalysediensts CB Insight ergeben.

Eine beeindruckende Summe, doch die Investitionen schwächen sich ab. Zieht das Volumen nicht noch an, droht laut CB für 2017 rund 18% weniger in Fintechs investiert zu werden. Ein weiterer Rückgang nach dem Rekordjahr 2015.

Die Investoren halten sich dabei vor allem im Wagniskapitalland Nummer eins, in den USA, zurück. Auch wenn dort global gesehen immer noch am meisten Geld in die neuen Ideen der Finanztechnologie gesteckt wird.

Europa und Asien ziehen hingegen nach abnehmenden bzw. stagnierenden Quartalen wieder an. Vor allem die Investitionen in Start-ups der frühen Phase haben zugenommen. Geht es in gleichem Tempo weiter, könnte sich 2017 nach Ansicht von CB in Europa die Anzahl Deals verdoppeln.

Die aktivsten Investoren im Fintech-Feld sind die professionellen Wagniskapitalgesellschaften. Die ersten drei Plätze in den vergangenen fünf Monaten belegen die Kapitalgeber 500 Startups, New Enterprise Associations und Index Ventures.

Erst auf den hinteren Rängen folgen die ersten Banken. Sie haben in den vergangenen Quartalen allerdings zugelegt und waren 2017 weltweit bisher bei einem Drittel aller Deals dabei, im Vergleich zu 22% im ersten Quartal 2016.

Am aktivsten ist dabei die spanische Banco Santander (SAN 5.693 1.19%) mit ihrem Venture-Arm. In neun Fintech-Unternehmen hat sie in den vergangenen fünf Quartalen investiert, mit jeweils acht Deals folgen die US-Grossbanken Goldman Sachs (GS 231.29 0.65%) und Citigroup (C 71.76 0.42%).

UBS (UBSG 16.5 1.73%) hat in dieser Zeit ihr Geld in zwei Fintechs gesteckt. Seit 2012 rangiert sie punkto Einzelinvestments allerdings auf Platz zwei in Europa. Credit Suisse (CSGN 15.26 1.53%) landet auf Platz sechs.

Mit den zehn grössten US-Banken können sich die Europäer allerdings nicht messen, da haben allein die grössten drei in den vergangenen Jahren schon mehr gerissen.

Interessant dabei: Die europäischen Grossbanken investieren oft in dieselben Unternehmen. So in das Blockchain-Konsortium R3, die Kommunikations- und Workflow-Plattform Symphony sowie AcadiaSoft, einen Anbieter von Lösungen zum Management von Kreditsicherheiten. Seit 2012 sind 70% der Investitionen europäischer Banken in US-Fintech-Unternehmen geflossen.

22 dieser Fintech-Unternehmen listet CB zurzeit als sogenannte Einhörner (engl.: Unicorns). Damit gemeint sind Unternehmen mit einem Wert von über 1 Mrd. $. Die 22 bringen es zusammen auf einen Wert von 77 Mrd. $. Schweizer Start-ups finden sich darunter nicht, obschon sich manche als Einhorn bezeichnen.

Die dargestellten Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Über das Ausmass der Investitionen in Fintech kommen verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dies, weil die Autoren Daten unterschiedlich interpretieren: Welche Start-ups zählen als Fintech? Welche Investitionen zählen als Wagniskapital? Wie werden Deals behandelt, bei denen Kapital über mehrere Quartale ausgezahlt wird oder an Meilensteine geknüpft ist? Ganz nach dem Motto: Traue keiner Studie, deren Datengrundlage du nicht selbst gefiltert hast.