Unternehmen / Ausland

Banker dringend gesucht

Privatbanken überbieten sich, um Kundenberater für viel Geld für sich zu gewinnen. Dass CS in der Krise ist, kommt gelegen.

Das Marktumfeld ist auch für Vermögensverwalter rau geworden. Wegen Ukrainekrieg, Sanktionen und Konjunktursorgen ist schon heute klar, dass das Rekordjahr 2021 nicht mehr in Reichweite liegt. Nichtsdestotrotz halten fast alle Banken, ob gross oder klein, an ihren Ausbauplänen fest. Dafür wollen sie Hunderte Kundenberater – im Privatbankjargon Relationship-Manager – für die allseits begehrte vermögende Klientel anstellen. Ihr Ziel: möglichst viel frisches Geld zu sich lotsen.

Auch problembehaftete Häuser wie Credit Suisse (CS) haben die Vermögensverwaltung zur strategisch wichtigsten Einheit erklärt. Bis 2024 will CS rund neue 500 Kundenberater anstellen. Im ersten Quartal hat sie ihre Anzahl bereits um fünfzig auf weltweit 1940 erhöht. UBS will in ihrem Kerngeschäft ebenfalls «klar weiterwachsen», hat aber «keine starren Wachstumspläne betreffend die Anzahl Kundenberater», heisst es von der grössten Privatbank der Welt, die über 1400 Mrd. $ an Vermögen verwaltet.

Aus dem Gleichgewicht

«Seit Jahresbeginn sehen wir im Markt deutlich mehr Personalwechsel, nicht nur in der Schweiz. Nach der Pandemie spüren die Banker Tatendrang», sagt Håkan Lennartsson. Als Leiter der strategischen Rekrutierung bei EFG ist der ehemalige Privatbanker von UBS und Handelsbanken am Puls des Jobmarktes. Die eher kleiner EFG mit rund 167 Mrd. Fr. an verwalteten Vermögen möchte selbst brutto zwischen siebzig und hundert neue Kundenberater anstellen, um ihre Wachstumspläne zu realisieren. Die Rekrutierung dieser Leute sei deshalb auch für EFG eine Top-Priorität», sagt Lennartsson.

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