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Bank of England bleibt lockerer Linie treu

Trotz Impffortschritt halten die Währungshüter um Notenbankchef Andrew Bailey die Zinsen bei 0,1%.

(Reuters) In Grossbritannien hält die Notenbank die Zinsen trotz Fortschritten in der Pandemie-Eindämmung weiter nahe null. Die Währungshüter um Notenbankchef Andrew Bailey beliessen den Leitzins am Donnerstag in einer einstimmigen Entscheidung bei 0,1%. Zudem bleibt das Volumen des laufenden Wertpapierkaufprogramms der Bank of England (BoE) bei 895 Mrd. £. Die Notenbank geht weiterhin davon aus, dass sie das Tempo der Käufe vorerst beibehalten kann, um es später womöglich flexibel verringern zu können.

Sollte es an den Finanzmärkten aber haken, steht die Notenbank Gewehr bei Fuss, das Tempo der Käufe zu steigern. Sie will erst über eine geldpolitische Straffung nachdenken, wenn die Wirtschaft auf gutem Weg zu einer deutlich besseren Auslastung ihrer Kapazitäten ist. Zudem müsse das Inflationsziel von 2% nachhaltig erreicht werden. «Eine geldpolitische Straffung knüpft die Notenbank weiter an hohe Wachstums- und Inflationshürden. Diese dürften aber frühestens im Verlauf von 2022 übersprungen werden», prognostizierte Chefökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe.

Die Wirtschaft erholt sich laut der BoE zwar, doch bleibe der Konjunkturausblick unsicher. Im Januar sei das Bruttoinlandsprodukt um 2,9% geschrumpft. Zuversichtlich stimmt die Notenbanker jedoch, dass die im Zusammenhang mit der Virus-Krise eingeführten Beschränkungen schneller aufgehoben werden könnten als noch vorigen Monat gedacht.

Die Regierung in London sieht sich trotz drohender Lieferschwierigkeiten im Plan für die Impfung aller Erwachsenen bis Ende Juli. BoE-Chef Bailey erwartet, dass die Wirtschaft auf der Insel Ende des Jahres wieder das Niveau von Ende 2019 erreichen wird. Das Pfund gab nach dem Zinsentscheid zum Dollar leicht nach. Investoren lasen aus der Mitteilung der Währungshüter heraus, dass sie es mit einer geldpolitischen Straffung nicht eilig haben.