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Bantleon hält 10% an GAM

Der deutsche Investor ist nun klar zweitgrösster Aktionär des strauchelnden Asset-Managers.

Jörg Bantleon erhöht seinen Anteil an GAM (GAM 2.058 -1.72%). Gemäss einer Beteiligungsmeldung der Schweizer Börsenbetreiberin SIX von Mittwoch hält der deutsche Investor über seine in Zug domizilierte Bantleon Bank seit dem 24. Juli 10,08% am strauchelnden Schweizer Asset-Manager.

Bantleon ist nun nach der britischen Investmentgesellschaft Silchester, die 15% an GAM hält, klar der zweitgrösste Aktionär des Asset-Managers. Jörg Bantleon gilt als aktiver Investor, seine Bantleon Bank ist selbst Asset-Manager und betreut gemäss eigenen Angaben mehr als hundertfünfzig institutionelle Investoren in Deutschland, Österreich, Spanien, Italien, Belgien, Luxemburg und der Schweiz.

Verwaltungsratspräsident und CEO Jörg Bantleon hat in diesem Jahr in insgesamt drei Schritten seinen Anteil an GAM von unter 3% heraufgeschraubt. Damit heizt Bantleon Verkaufsgerüchte um den strauchelnden Asset-Manager neu an. GAM-CEO Peter Sanderson hat diese jüngst im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» dementiert.

GAM ist nicht der einzige Schweizer Asset Manager an dem Bantleon grösser beteiligt ist. In 2016 baute Bantleon seinen Anteil an Bellevue (BBN 23.8 -0.42%) auf 10% aus. Zuletzt verkaufte der Asset Management seine Schweizer Privatbank an die Luxemburgische Quintet. Für Bantleon hat sich das Investment bis anhin gelohnt. Seit Anfang 2016 hat die Bellevue-Aktie rund 70% zugelegt.

GAM befindet sich dagegen seit Mitte 2018 in der Krise, als der damalige CEO Alex Friedman seinen prominenten Fondsmanager Tim Haywood mit dem Vorwurf des groben Fehlverhaltens vor die Tür stellte. Bis heute hat die Gesellschaft damit zu kämpfen, wieder in die Spur zu finden.

Wegen eines Goodwill-Abschreibers wird sie dieses Jahr tief in den roten Zahlen abschliessen. «Finanz und Wirtschaft» rät vor dem Hintergrund des ungewissen Turnarounds von einem Engagement in den Aktien ab.

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