Märkte / Makro

Bargeld, die Wurzel allen Übels

Cash gerät bei Ökonomen zunehmend in Verruf. Es fördere die Kriminalität, sei ineffizient und behindere die Geldpolitik. Ein Verfechter dieser These ist Harvard-Professor Kenneth Rogoff.

Es erinnert an die TV-Serie «The Bridge»: Vor gut einer Woche wollten US-Grenzwächter einen amerikanischen und einen mexikanischen Staatsangehörigen an der Grenze zwischen Kalifornien und Mexiko kontrollieren. Während das eine Auto anhielt, beschleunigte das andere, um sich der Überprüfung zu entziehen. Einige Zeit später fanden die Gesetzeshüter den Wagen verlassen am Strassenrand. Im Kofferraum lagen über drei Millionen Dollar in bar. Die beiden Ganoven versuchten offenbar, das Geld nach Mexiko zu schmuggeln.

Geht es nach dem Harvard-Professor Kenneth Rogoff, dürften solche Meldungen bald der Vergangenheit angehören – er hat dem Bargeld nämlich den Kampf angesagt. In der Wochenendausgabe des «Wall Street Journal» schreibt er, Bargeld befeuere Korruption, Steuerhinterziehung, Terrorismus und die illegale Einwanderung. Deshalb müssten die Vereinigten Staaten die 100-$-Scheine und andere grosse Noten abschaffen. Mit seiner Forderung stimmt der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds ein in den immer lauter und zahlreicher werdenden Chor der Bargeldgegner. Bereits im Mai hatte Rogoffs Harvard-Kollege und ehemalige US-Finanzminister Larry Summers in der «Financial Times» den Gebrauch von Bargeld angeprangert. Ökonomen wie Willem Buiter (Citigroup), Andrew Haldane (Bank of England) oder Miles Kimball (Universität Michigan) stossen ins gleiche Horn.

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Leser-Kommentare

Jean Ackermann 31.08.2016 - 15:41
Es fragt sich wen man als grössere Kriminelle betrachten kann, die Kleinkriminellen die ihre luschen Machenschaften noch über Bargeld abwickeln oder die Keynesianer, als Anstifter zur Enteignung und Umverteilung von Barvermögen ( Spargelder, Barvermögen von Unternehmen, Institutioneller, Pensionskassen oder Versicherungen) in Höhe von zig Milliarden? Eigentlich müssten sie schon längst aus dem Verkehr gezogen sein, als Hauptschuldige der Finanzkriese (Wirtschaftsankurblung… Weiterlesen »
Willy Huber 01.09.2016 - 17:33
Ja, die meisten der Kommentare kann man sozusagen blind unterschreiben. Es würde mich ja interessieren, was da hinter den verschlossenen Türen der Notenbänker und Politiker so alles läuft. Auf jeden Fall sind die “Kriminellen” nicht diejenigen, die ein normaler Mensch als solche bezeichnen würde, sondern recht eigentlich die Draghis und Yellens. Zusammen mit der Abhörinitiative, die unbedingt abgelehnt werden sollte… Weiterlesen »
Markus Sigrist 31.08.2016 - 17:12
Die Abschaffung des Bargeldes hätte fatale Folgen. Die Gravierendste ist die totale Überwachung aller Kauf- und Verkaufstätigkeiten durch den Staat. Alternativen werden auch gefunden, eben das beschriebene Edelmetall oder dann einfach die Wieder-Einführung des Tauschhandels. Kriminelle finden immer Wege, um solche Massnahmen zu umgehen, aber die gewöhtlichen Menschen sind dann die Betrogenen. Viele besser ist es, genügend Geld zu drucken,… Weiterlesen »
Peter Martin Wigant 01.09.2016 - 13:44

Liebe FuW,
Ich habe schon manchen Unsinn gelesen aber der obige Artikel verdient davon den ersten Preis.
Es geht den Befürworten der Bargelabschaffung nicht darum den Kriminellen das Handwerk zu legen, sondern um die totale Kontrolle über den gläsernen Bürger. Orwell lässt grüssen.
PW