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Bargeldsperre zu Unrecht?

Bankenombudsman 
ortet strittige Themen.

Banken gehen mit den Risiken im grenzüberschreitenden Geschäft unterschiedlich um, sagte Marco Franchetti (Bild), der neue Schweizerische Bankenombudsman, an seiner Medienkonferenz: «Manchmal müssen wir feststellen, dass die Banken auch übertreiben.»

Aus lieben Kunden sind Altlasten geworden. Bis Ende 2014 oder 2015 werden in der Schweiz kaum mehr unversteuerte europäische Gelder liegen. Im Bestreben, ihre Kundenlisten im Hinblick auf den automatischen Informa­tionsaustausch zu bereinigen und die Rechtsrisiken zu begrenzen, kennen viele Banken, allen voran UBS und Credit Suisse, kein Pardon.

Nur 100’000 Fr.

Vor Gericht gehen wird gemäss Franchetti der Fall einer (deutschen) Kundin. Die Bank hat die Beziehung zu ihr einseitig beendet. Dem Wunsch der Kundin, das gesamte Guthaben von rund 1 Mio. Fr. am Schalter in bar zu beziehen, hat die Bank nicht entsprochen und hat für den Grossteil einen Vergütungs­auftrag zugunsten eines auf die Kundin lautenden Kontos bei einer anderen Bank gefordert. Die Bank stellt sich auf den Standpunkt, die Kundin habe keinen Nachweis erbringen können, dass das fragliche Vermögen in ihrem Domizilland steuerlich deklariert worden sei, und wollte maximal 100 000 Fr. bar auszahlen. Für Franchetti ist offen, ob dieses Vorgehen auf einer genügenden Rechtsgrundlage basiere oder ob es eine unzulässige Einschränkung der dem Kunden gemäss Vertrag und Gesetz zustehenden Verfügungsrechte darstelle.

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