Unternehmen / Konsum

Barry Callebaut schliesst Übernahme ab

Der Schokoladenhersteller erhält Genehmigung für den Kauf von Burton's Biscuit. CEO de Saint-Affrique sieht vor allem Potenzial in Asien.

(AWP) Der Schokoladenproduzent Barry Callebaut (BARN 1841 -0.05%) hat eine angekündigte Transaktion in Grossbritannien abgeschlossen. Diese umfasst einen Liefervertrag mit der Burton’s Biscuit Company sowie die Übernahme einer Fabrik.

Der behördliche Genehmigungsprozess sei mittlerweile abgeschlossen, geht aus einer Mitteilung vom Montag hervor. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hatte zuvor untersucht, ob die Übernahme eines Teils des Geschäfts von Burton’s Biscuits zu einer substantiellen Einschränkung des Wettbewerbs führe.

Barry Callebaut hatte im September verkündet, dass mit Burton’s Biscuit Company ein langfristiger Liefervertrag über mehr als 12’000 Tonnen Schokolade und Compound-Schokolade pro Jahr abgeschlossen sei. Gleichzeitig werden die Anlagen zur Schokoladeproduktion des Keksherstellers in der Nähe von Liverpool übernommen. Die Integration der Fabrik in Moreton werde ab sofort beginnen, heisst es am Montag weiter.

Über die finanziellen Details der Vereinbarung war Stillschweigen vereinbart worden. Die Burton’s Biscuit Company ist den Angaben zufolge der zweitgrösste Kekshersteller in Grossbritannien.

Grosses Potenzial in Asien

Der Schokoladekonzern sieht derweil das grösste Potenzial für den Schokoladenkonsum in Asien. Während der jährliche Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz, Deutschland oder Grossbritannien zwischen acht und neun Kilo betrage, seien es in Japan 1,3 Kilo – vor allem dunkle Schokolade, sagte Barry Callebaut-CEO Antoine de Saint-Affrique in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende».

In China betrage der Pro-Kopf-Konsum erst 100 Gramm, so der Barry-CEO. Allerdings sei Schokolade nicht Teil der traditionellen Essgewohnheiten der Chinesen. «Sie müssen den Geschmack erst noch entdecken.» Das sei eine Evolution.

CEO de Saint-Affrique verteidigte zudem das Ziel des Konzerns, erst bis im Jahr 2025 Kinderarbeit aus der Wertschöpfungskette zu verbannen. Oft gehe es um Kinder, die als Folge von Armut auf der Farm ihrer Eltern Arbeiten ausführten. Barry müsse sicherstellen, dass die Produktivität der Bauern und damit ihr Einkommen steige.

Allerdings habe es auch mit der Kultur in Westafrika zu tun. «In Indonesien, wo auch Kakao (Kakao 2014.005 -0.05%) (Kakao 2372 0%) angebaut wird, ist Kinderarbeit tabu». Zudem brauchten die Kinder Zugang zu Ausbildung. «Letztes Jahr haben wir 200’000 Bauern zum Thema Kinderarbeit weitergebildet», sagte der CEO.

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