Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Nonvaleur
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Basaris

Die Perser sind seit alters begnadete Händler. Schon anderthalb Jahrtausende, bevor das Handelshaus Mussoodeih in Isfahan seine teppichartigen Aktien emittierte. Das Stück hier soll von 1898 stammen; Tejarat Mussoodeih gilt als Persiens älteste Publikumsgesellschaft. Zur Zeit der Sassaniden-Dynastie, 224 bis 651, sorgten die Perser für Handel und Wandel auf allen Routen der Seidenstrasse. Das Reich umfasste damals nicht nur den heutigen Iran, sondern erstreckte sich zeitweilig von der Levante bis an die Grenzen Indiens und Chinas. Karawanen brachten chinesische Seide ans Mittelmeer und europäische Silberschmiedearbeiten nach Ostasien. Den Küsten des Persischen Golfs, des Kaspischen Meers und des Indischen Ozeans entlang fuhren Frachtschiffe. Die persischen Basare waren bis ins Detail geregelt, die Basaris in Gilden organisiert. Austausch pflegten auch die Religionen: Christen borgten bei Buddhisten, Zoroastrianer bei Hindus – so verbreitete sich der Nimbus, der Heiligenschein, in allen Bekenntnissen. Erst die islamische Eroberung ab 637 und damit das Ende der Sassaniden sorgte für ganz andere Verhältnisse. Heute ist der Iran wider seine Natur isoliert statt vernetzt. Das sollte der Atom-Deal des Westens mit dem durchaus scheinheiligen Regime in Teheran ändern. Doch der missfällt dem trampligen Autor von «The Art of the Deal», dem ehemaligen Häusermakler und heutigen US-Präsidenten Trump. Die abgebrühten Basaris auf der Gegenseite wird er freilich nicht so rasch weich klopfen.

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