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Unternehmen / Ausland

BASF und Bayer schliessen Milliardendeal ab

Der Chemieriese BASF übernimmt Teile der Saatgut- und Herbizid-Geschäfte des Leverkusener Konkurrenten Bayer.

(Reuters) Der Ludwigshafener Chemieriese BASF (BAS 93.67 -0.09%) will von Bayer (BAYN 106.5 1.33%) für 5,9 Mrd. € Teile der Saatgut- und Herbizid-Geschäfte übernehmen. Der Kauf umfasse das weltweite Glufosinat-Ammonium-Geschäft sowie ausgewählte Saatgut-Bereiche, wie BASF und Bayer am Freitag gemeinsam mitteilten. Mit der Transaktion treibt Bayer zugleich seine Pläne zur Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto (MON 117.35 -0.42%) voran. Denn mit dem Verkauf wolle der Konzern «aktiv auf die potenziellen Bedenken der Regulierungsbehörden» eingehen, machte Bayer-Chef Werner Baumann klar. Die EU-Wettbewerbshüter prüfen die Pläne für die 66 Mrd. $ schwere Übernahme, eine Entscheidung wird Anfang kommenden Jahres erwartet. Der Verkauf der Bayer-Aktivitäten an BASF wird entsprechend erst dann endgültig umgesetzt, wenn Bayer die Monsanto-Übernahme erfolgreich abschliessen kann.

Im frühen Handel verloren die BASF-Aktien rund ein Prozent an Wert, die Bayer-Titel legten fast zwei Prozent zu.

Durch die Übernahme will BASF seine Geschäfte mit der Landwirtschaft stärken. Der Ludwigshafener Konzern erweitere mit dem Zukauf das Pflanzenschutzgeschäft, stärke das Herbizid-Portfolio und steige in wichtigen Agrarmärkten in ein eigenes Saatgutgeschäft ein, erläuterte Vorstandschef Kurt Bock. «Mit dieser Investition ergreifen wir die Gelegenheit, äusserst attraktive Geschäftsfelder in wichtigen Feldkulturen und Märkten zu erwerben.» BASF greift nach Geschäften, die im Jahr 2016 zusammen einen Umsatz von rund 1,3 Mrd. € sowie ein operatives Ergebnis (Ebitda) von rund 385 Mio. € einfuhren. Die Transaktion beinhaltet das entsprechende geistige Eigentum, Standorte sowie den Übergang von mehr als 1.800 Beschäftigten vor allem in den USA, Deutschland, Brasilien, Kanada und Belgien.

Bayer ist mit seinen Plänen für die Monsanto-Übernahme auf ernsthafte Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gestossen. Die EU-Kommission hatte nach einer ersten Untersuchung die Sorge geäussert, dass der Zukauf den Wettbewerb unter anderem in den Bereichen Pestizide und Saatgut beeinträchtigen könnte. Um grünes Licht aus Brüssel für die Milliarde-Übernahme zu erreichen, muss sich Bayer von Geschäften trennen. Die EU-Kommission hatte zuletzt erklärt, sie habe ihre Prüfung bis zum 22. Januar 2018 verlängert.