Vor 232 Jahren war die Szenerie an der Place de la Bastille nicht von so stillem Chic. Am 14. Juli 1789 stürmten an die 5000 Leute aus dem Volk von Paris das Festungstor, das als Gefängnis diente, ein Symbol der verhassten Dreifaltigkeit Monarchie-Aristokratie-Klerus. Zwei Tage darauf setzte der Abbruch der Bastille ein, damit auch die Demontage des ­Ancien Régime. Es folgten Jahre der Wirren – Republik, Köpfung des Königs Louis XVI., jakobinischer Terror, Konsulat, napoleonisches Kaiserreich. 1814 war Frankreich wieder zurück bei König Louis, nunmehr Nr. XVIII. (der pro forma XVII. war als Kind während der Revolutionsjahre gestorben). Und doch war alles anders, die gesellschaftliche Gärung war nicht gestillt. In der Julirevolution von 1830 – zu deren Ehren die Colonne de Juillet himmelwärts ragt – servierte das Bürgertum die Bourbonen endgültig ab. Auch diese zweite Umwälzung strahlte auf ganz Europa aus, gleich wie die dritte: Die Juli-Säule wurde später auch noch der Februarrevolution von 1848 gewidmet. Links zeigt sich die Opéra Bastille, eröffnet 1989, genau zwei Jahrhunderte nach dem Sturm. Sie war eines der Grands projets des damaligen Präsidenten François Mitterrand. Der war Sozialist (royalen Zuschnitts).