Fast ein Drittel der Schweiz ist baumbestanden. Erstaunlich also, dass hierzulande Bauholz plötzlich Mangelware ist und stetig teurer wird. An geeigneten Stämmen fehlt es zwar nicht, jedoch an holzverarbeitenden Betrieben (dieser schöne Stapel steht in einer Sägerei im Neuenburgischen). Das Bundesamt für Statistik zählt in seiner neuesten Branchenerhebung (2017) elf grosse Sägewerke, die jährlich über 25 000 Kubikmeter Rundholz verarbeiten. Dazu kommen 47 mittelgrosse sowie gegen 300 kleine – besonders diese ­Sägereien geraten auf dem Markt gegen die billiger anbietenden ausländischen Konkurrenten ins Hintertreffen. Der Bestand der kleineren Betriebe sinkt stetig, das hierzulande gesägte Volumen nimmt insgesamt ab. Die Schweiz deckt, so genau weiss man’s nicht, 60 bis 80% ihres Holzbedarfs mit Einfuhren ab. Just in diesem heiklen Umfeld räumt nun der unersättliche amerikanische Konsum das europäische Schnittholzangebot ab (bei den an Forsten reichen kanadischen Nachbarn wütet anscheinend ein Borkenkäfer). Was tun? Die Schweizer Holzwirtschaft subventionieren, zur Not verbrämt mit Klimaargumenten? In Bern ist im Grunde alles möglich – da hat so mancher ein Brett vor dem Kopf. (Laurent Gillieron/Keystone)