Seit nunmehr zwanzig Jahren nimmt die Bautätigkeit in der Schweiz kontinuierlich zu. Gemessen an den Bauausgaben hat sich nicht einmal während der Finanzkrise ein Rückgang ergeben. Allerdings flacht die Kurve in den letzten Jahren ab, 2019 haben die Ausgaben nahezu stagniert. Seit 2000 sind sie jedoch gut 54% gestiegen. Der Boom war getrieben vom Tiefbau und vom Wohnungsbau – hier gemessen an der Anzahl neu erstellter Wohnungen pro Jahr. Diese ist von 2000 bis 2018 (neuere Zahlen liegen nicht vor) 65% gestiegen. Der Wohnungsbau profitierte von den extrem niedrigen Zinsen und der hohen Zuwanderung. Dennoch ist der Wohnungsbau volatiler und musste in den vergangenen zwanzig Jahren auch Rückschläge hinnehmen. Seit 2013 wurden stets rund 50’000 Wohnungen pro Jahr erstellt. Die auf den ersten Blick hohe Zahl ist allerdings weit vom Rekord entfernt: 1973 wurden fast 82’000 Wohnungen erstellt. Die Leerwohnungsziffer von 1,66% per 1. Juni 2019 lässt darauf schliessen, dass die neuen Wohnungen vom Markt nicht mehr problemlos absorbiert werden – die Ziffer ist seit Jahrzehnten nie mehr so hoch gewesen. Die abflachenden Bauausgaben sowie die sinkende Zuwanderung sprechen dafür, dass auch der Wohnungsbau kaum mehr weiter wachsen wird. Die anhaltend niedrigen Zinsen dagegen lassen befürchten, dass weiter Wohnungen «auf Halde» produziert werden.