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Bayer bei Mega-Übernahme am Ziel

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemieriese will die Übernahme von Monsanto in dieser Woche abschliessen. Der Name Monsanto verschwindet.

(Reuters) Bayer (BAYN 66.59 -1.67%) will den grössten Zukauf seiner Geschichte in dieser Woche perfekt machen. Am Donnerstag werde Bayer alleiniger Eigentümer des US-Konzerns Monsanto, teilte der Leverkusener Pharma- und Agrarchemieriese am Montag mit. Alle behördlichen Freigaben lägen vor. Nach der Übernahme werde der Name Monsanto nicht fortgeführt, Bayer bleibe der alleinige Unternehmensname. Mit dem rund 63 Mrd. $ schweren Zukauf steigt der Dax-Konzern zum weltgrössten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut auf. Doch der Mega-Deal mit dem Glyphosat-Hersteller Monsanto stiess auch auf Unverständnis. Konzernchef Werner Baumann kündigte an, Kritikern zuzuhören und den Dialog mit der Gesellschaft zu vertiefen.

«Die Übernahme von Monsanto ist ein strategischer Meilenstein, um unser Portfolio führender Geschäfte in den Bereichen Gesundheit und Ernährung zu stärken», erklärte Baumann. Das Bayer-Agrargeschäft werde durch den Zukauf verdoppelt. Der Deal ist nicht nur die grösste Übernahme in der Geschichte des Traditionskonzerns, es handelt sich auch um die bislang teuerste Übernahme eines deutschen Unternehmens überhaupt. Für den Zukauf wollen die Rheinländer 6 Mrd. € frisches Kapital einsammeln. An der Börse notierte die Bayer-Aktie dennoch 1% fester.

Um die kartellrechtlichen Freigaben zu erhalten, hatten die Leverkusener den Verkauf von Geschäftsteilen mit einem Umsatz von 2,2 Mrd. € für insgesamt 7,6 Mrd. € an BASF (BAS 58.07 -1.68%) zugesagt. Mit der Integration von Monsanto kann Bayer beginnen, sobald der Ludwigshafener Chemiekonzern den Erwerb dieser Sparten abgeschlossen hat. Bayer rechnet damit in etwa in zwei Monaten.

Während der Name Monsanto nach der Übernahme verschwinden soll, sollen die zugekauften Produkte laut Bayer ihre Namen behalten. Ein umsatzstarkes Monsanto-Produkt ist «Roundup» mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat als Kernbestandteil. Die umstrittene Chemikalie wird von Kritikern für das Insektensterben und den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich gemacht. Sie steht zudem in Verdacht, krebserregend zu sein. Bayer betonte, sich der gestiegenen Verantwortung, die mit einer führenden Position in der Landwirtschaft einhergehe, bewusst zu sein. «Wir werden mit derselben Entschlossenheit an unseren Nachhaltigkeitszielen arbeiten wie an unseren Finanzzielen», sagte Baumann.

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