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Bedenken gegen Deutsche-Bank-Aufsichtsrat

Insidern zufolge hat die Finanzaufsicht Bedenken gegen Jürg Zeltner. Sein Amt als Chef der KBL sei womöglich nicht mit den Aufgaben als Deutsche-Bank-Kontrolleur vereinbar.

(Reuters) Die Finanzaufsicht hat Insidern zufolge Bedenken wegen möglicher Interessenskonflikte gegen den neuen Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Jürg Zeltner. Die Tätigkeiten des Katar-Vertrauten als Chef der Luxemburger Privatbankengruppe KBL European Private Bankers seien womöglich nicht mit seinen Aufgaben als Deutsche-Bank-Kontrolleur vereinbar, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Hinter KBL steht die katarische Herrscherfamilie Al-Thani – die wiederum Grossaktionär bei der Deutschen Bank ist. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» auf ihrer Internetseite über die Bedenken der Aufseher berichtet.

Die Deutsche Bank (DBK 7.3 2.93%) erklärte, alle potentiellen Interessenkonflikte, die sich aus Zeltners Tätigkeit und seiner Beziehung zu einem der Grossaktionäre der Bank ergeben könnten, seien dem Aufsichtsrat und der Gesellschaft angezeigt worden. «Sie wurden vom Nominierungsausschuss geprüft und als gering eingeschätzt», sagte eine Banksprecherin. Die Finanzaufsicht Bafin, die EZB-Bankenaufsicht und KBL lehnten eine Stellungnahme ab.

Zeltner war im vergangenen Monat als Nachfolger von Richard Meddings in den Aufsichtsrat von Deutschlands grösstem Geldhaus eingezogen. Das grüne Licht der Finanzaufseher, die wichtige Personalentscheidungen genehmigen müssen, liegt bisher nicht vor. Sollten Zeltner und die Bank die Bedenken der Aufseher nicht ausräumen können, müsste der 52-Jährige im Extremfall sein Mandat als Aufsichtsrat niederlegen. Es ist auch denkbar, dass die Finanzaufsicht Zeltner dazu verpflichtet, sich bei bestimmten Debatten und Entscheidungen zu enthalten.

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