Märkte / Makro

Bedrängte WTO sucht neue Führung

Der frühzeitige Rücktritt von Roberto Azevêdo legt die Probleme der Welthandelsorganisation offen. Der nächste Generaldirektor muss Reformen anstossen.

Chef der Welthandelsorganisation zu sein, während globale Warenströme stillstehen, ist eine undankbare Aufgabe. Das hat sich wohl auch Roberto Azevêdo gedacht, als er im Mai ankündigte, auf Ende August zurückzutreten – ein Jahr früher als geplant.

Die offizielle Begründung ist, dass Azevêdo dem neuen Generaldirektor ermöglichen will, die pandemiebedingt von diesem Juni auf nächstes Jahr verschobene WTO-Ministerkonferenz mitgestalten zu können. Entsprechend beschleunigt die Organisation mit Sitz in Genf nun ihren Selektionsprozess: Gestern lief die Nominationsfrist für die Kandidaten ab. In zwei Monaten soll Konsens darüber herrschen, wer künftig die Organisation führt. Darin liegt bereits der erste Knackpunkt: Die 164 Mitgliedsländer müssen sich einstimmig für eine Person aussprechen.

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