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Bei Mikron überholt die Automatisierung den Maschinenbau

Mikron leidet unter dem Umbruch in der Autobranche. Verschwinden wird das Automobilgeschäft dennoch nicht.

Die DNA von Mikron (MIKN 4.84 -2.02%) ist die einer klassischen Maschinenbauerin. Was das heisst, illustriert CEO Bruno Cathomen an der Investora in Zürich anhand von Kugelschreibern: Rund 50 Mrd. Stück werden davon jährlich hergestellt. Ihre Spitzen entstehen zu 95% auf Maschinen von Mikron.

Die wichtigsten Absatzmärkte für Mikron sind die Automobil- und die Medtech-Branche. Erstere macht dem KMU wegen der Umstellung von konventionellen auf neue, vor allem elektrische Antriebe zu schaffen. Dennoch sagt Cathomen vor den Investoren: «Wir gehen davon aus, dass unser Automobilgeschäft nicht verschwindet.» Mikron biete neben Maschinen und Werkzeugen für Benzin- und Dieselautos auch Produkte und Lösungen, die unabhängig von der Antriebstechnologie gebraucht würden – etwa Airbags. Für Dynamik sorgt derzeit jedoch vor allem der Medtech-Bereich, etwa aufgrund des steigenden Bedarfs für Produkte zur Behandlung von Diabetes.

Mikron ist als Herstellerin von Werkzeugmaschinen und Montageanlagen in einem anspruchsvollen Markt tätig. Mit den etwa gleich grossen Segmenten Maschinenbau und Automation hat sie im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatz von 177 Mio. Fr. erzielt, was einem Plus von 13,8% entsprach. Dynamisch entwickelte sich vor allem das Segment Automation mit einem Umsatzwachstum von 32%. Machining Solutions litt unter der Abhängigkeit von der Automobilindustrie mit einem Umsatzanteil von 41%. Der Betriebsgewinn stieg um 25% auf 7,5 Mio. Fr., wobei Automation mit einem Plus von 156% den Rückgang um 37% im Maschinenbau überkompensierte. Bis anhin war das Segment Machining mit den Geschäftsbereichen Werkzeuge und Maschinenbau noch grösser als Automation. Das dürfte sich bis Ende Jahr umkehren, sagt CFO Javier Perez-Freije.

Mittelfristig geht Mikron von 5% Umsatzwachstum und einer Ebitmarge von 5 bis 7% aus. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen höheren Umsatz bei gleichbleibendem Ebit (2018 betrug die Marge 4,4%). Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 (Schätzung 2019) günstig bewertet. Ein Einstieg drängt sich dennoch nicht auf, da noch unklar ist, wie schnell Mikron das schrumpfende Geschäft im Bereich konvetioneller Automobilantriebe wird kompensieren können.

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