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Bei professionellen Anlegern lässt der Pessimismus nach

Die Hoffnung auf chinesische Regierungsprogramme schlägt sich in der monatlichen Fondsmanagerumfrage der Bank of America nieder.

André Kühnlenz

Die viel beachtete Fondsmanagerumfrage (Global Fund Manager Survey) der Bank of America zeigt im März, dass die Investoren parallel zur Erholung an den Aktienmärkten auch wieder mit einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft rechnen – respektive weniger Investoren von einer Abschwächung ausgehen.

Der Pessimismus sei vor zwei Monaten noch so stark gewesen, wie in den Rezessionen von 2000/01 sowie 2008/09. Jetzt erwarten unter dem Strich nur noch 25% der Befragten, dass die Weltwirtschaft in den nächsten zwölf Monaten schwächer wird. Im Januar lag dieser Saldo von Pessimisten und Optimisten noch bei 60%. Gleichwohl: Die Mehrheit bleibt pessimistisch gestimmt, genau wie bei den Gewinnerwartungen.

Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass viele Fondsmanager darauf setzen, dass die Regierung in Peking ihre Volkswirtschaft anschieben könnte. Zuletzt haben zum Beispiel die Kreditdaten in der Volksrepublik nach oben gedreht, was eine Erholung der Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf signalisieren könnte.

Konkret rechnet jetzt die Mehrheit der Fondsmanager auch damit, dass die Zinskurve in den USA (z.B. Zehnjahreszins minus Zweijahreszins) steiler wird. Viele Analysten hatten befürchtet, dass der Zinsabstand negativ wird (invertiert), was in den vergangenen Jahrzehnten oft eine Rezession signalisiert hat.

Allerdings zeigt sich bislang nichts davon in den Daten, zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren gerade noch 0,15 Prozentpunkte über zweijährigen. Seit Jahresanfang pendelt der Spread zwischen 0,13 und 0,2 Prozentpunkten, was darauf hindeutet, dass die Anleger am Anleihenmarkt den Optimismus an den Aktienmärkten noch längst nicht nachvollziehen.

Entsprechend scheint für viele der Pessimismus auf dem europäischen Aktienmarkt etwas übertrieben. Die Wette auf sinkende Kurse von Dividendenpapieren aus Europa ist am meisten überlaufen («most crowded trade»), sagen die Befragten.

Dazu passt, dass nur noch 30% der Hedge-Funds-Manager auf steigende Aktienkurse setzen. Das entspricht dem niedrigsten Wert seit zwei Jahren.

Gleichwohl ist die Zuversicht der Anleger immerhin gegenüber Technologieaktien zurückgekehrt.

Dies gilt auch besonders für europäische Technologiewerte.

In der Gunst der Aktieninvestoren rückt die Schweiz vor Deutschland. Bei Italien weicht der Pessimismus, während er gegenüber britischen Aktien zunimmt.

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