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Beispielloses Wachstum für LVMH in China

Die Aktien des französischen Luxuskonzerns zeigen seit Jahresbeginn nach oben. Eine Aussage des CEO sorgt für weiteren Optimismus.

Handelskrieg? Was für ein Handelskrieg? Für Moët Hennessy – Louis Vuitton (LVMH (MC 411.5 0%)) sind die Aussichten in China rosig. Die Nachfrage nach Taschen und Uhren ist ungebrochen. Auf solch «beispiellose Wachstumsraten», wie Michael Burke, CEO des französischen Luxuskonzerns, während eines Treffens mit Analysten sagte, reagierten Anleger erfreut. LVMH notierten heute an der Pariser Börse bei 350 €, ein Plus von 2,4%. Für die Titel des Luxuskonzerns geht es bereits seit Jahresbeginn steil nach oben, LVMH haben 35% zugelegt, ebenso wie andere Luxusvaloren: Uhrenhersteller Richemont (CFR 81.82 -0.2%) etwa hat im selben Zeitraum knapp 22% gewonnen und liegt damit deutlich über dem Leitindex SMI (SMI 9838.13 -0.61%), der auf einen Zuwachs von 14% kommt. Die Aktien der Swatch Group können damit derzeit nicht mithalten.

Für die Luxusbranche ist China ein wichtiger Markt. Die Konzerne profitieren von Konjunkturmassnahmen der Regierung. Um trotz Handelskrieg mit den USA den Privatkonsum anzuschieben, hat Peking Einfuhrzölle auf zahlreiche Produkte aus Europa gesenkt. Zudem soll so auch die sogenannte «Daigou»-Praxis unterbunden werden, bei der Waren, meist Luxusartikel, aber auch Güter für den täglichen Bedarf wie Babynahrung, im Ausland eingekauft, angeblich für den Privatgebrauch eingeführt und in China weiterverkauft werden.

Das ist mit ein Grund, weshalb die Analysten von Citi davon ausgehen, dass die Nachfrage chinesischer Konsumenten nach Luxusgütern im Land selbst ihre Käufe im Ausland übertreffen wird. Gezeigt hat sich dieser Trend etwa auch in den Quartalszahlen von Tiffany. Der Juwelier hat im ersten Quartal 2019 Umsatzeinbussen hinnehmen müssen, weil Touristen weniger Geld ausgegeben haben. LVMH ist dagegen im selben Zeitraum gewachsen. Der Umsatz betrug 12,5 Mrd. €, ein Plus von 16% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Am stärksten gewachsen ist mit 15% der Bereich Mode und Lederwaren.

Neben starken Verkäufen in Asien und den USA profitiert die LVMH-Gruppe, zu der neben Louis Vuitton auch Marken wie Rimowa, Christian Dior, Tag Heuer oder die Kosmetikkette Sephora gehören, auch von der Zusammenarbeit mit Stars und deren Präsenz in sozialen Netzwerken. Im Mai hat LVMH gemeinsam mit der Sängerin Rihanna Fenty gegründet, ein neues Modehaus für Kleidung und Schuhe im Luxusbereich. Das Potenzial ist riesig: 71,7 Mio. Abonnenten zählt ihr Account auf Instagram.

 

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