Hat Neil Armstrong Hergé gelesen? Nicht verbürgt, doch nicht ausgeschlossen. Als der legendäre Comiczeichner 1954 seinen Band «On a marché sur la Lune» (Schritte auf dem Mond) veröffentlichte, war der künftige erste Mann auf dem Mond ein 24 Jahre junger Kampfpilot, genau wie seine beiden späteren Raumfahrtkameraden Edwin Aldrin und Michael Collins. «That’s one small step for (a) man, one giant leap for mankind», knisterte es am 20. Juli 1969 vom Mond zur Erde. Das klingt ein wenig nach den Worten von Hergés Held Tintin: «Pour la première fois sans doute dans l’histoire de l’humanité, on a marché sur la Lune!» Das Design der Raumanzüge der belgischen Crew ähnelt demjenigen der amerikanischen durchaus – Hergé hatte nicht frei drauflosfantasiert, sondern recherchiert und sich wissenschaftlich beraten lassen. Die rotweisse Rakete allerdings erinnert nicht an die insektenartige Landefähre von Apollo 11, sondern an die deutschen V2-Raketen aus dem Weltkrieg. Übrigens sandte Hergés Büro seinerzeit eine kecke Zeichnung an die Nasa: Tintin und Gefährten begrüssen den verdutzten Neil Armstrong, als der seinen berühmten ersten Schritt tut,  Sprechblase: «Bienvenue sur la Lune, Mr. Armstrong!». (Bild: Daniel Karmann/DPA/Keystone)