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Belimo bleibt in der Krise robust

Analyse | Der Gewinnrückgang 2020 wird wegen eines Sondereffektes überzeichnet.

 

Der Hersteller von Antriebslösungen im Bereich Heizung, Lüftung, Klima hat sich im aussergewöhnlichen Coronajahr 2020 gut gehalten. Die Lieferketten blieben intakt, die Produktion lief ohne Unterbrüche, und Belimo (BEAN 454.00 -0.98%) war stets lieferbereit. Das Unternehmen musste auch keine Kurzarbeit einführen.

Der Umsatz ging, vor allem wegen eines schlechteren ersten Semesters, 4,5% auf 661,3 Mio. Fr. zurück. In Lokalwährungen ergab sich eine Stagnation. Am stärksten entwickelt hat sich die Region Europa, mit 48% Umsatzanteil die grösste, die in Lokalwährungen 1,8% zulegte. Die Region Amerikas (Anteil 39%) verzeichnete ein Minus von 1,8%, Asien-Pazifik eines von 1,1%. Trotzdem ist es gelungen, Marktanteile zu gewinnen.

Ebit-Marge bleibt hoch

Der Betriebsgewinn (Ebit) sank 12,8% auf 108,1 Mio. Fr. Die Marge schrumpfte folglich leicht, erreichte aber dennoch hohe 16,3%. Der Gewinn ist überproportional gesunken, mehr als ein Viertel auf 86,6 Mio. Fr. Rund die Hälfte des Rückgangs ist allerdings auf einen Sondereffekt aus dem Vorjahr zurückzuführen. Damals profitierte Belimo von den Übergangsbedingungen der Steuerreform im Umfang von 22,1 Mio. Fr.

Der VR von Belimo beantragt der Generalversammlung vom 29. März, eine konstante Dividende von 150 Fr. auszuschütten. Die Tatsache, dass damit mehr als 100% des Gewinns ausbezahlt werden, darf auch als Zeichen der Zuversicht gewertet werden. Zudem hielt Finanzchef Markus Schürch vor den Medien fest, die Ausschüttung werde auch künftig hoch sein; Belimo wolle keine überschüssige Liquidität horten. Einen Zielwert für die Ausschüttungsquote nannte er nicht.

Gemäss CEO Lars van der Haegen hält Belimo an der eingeschlagenen Strategie fest. Sie ruht auf vier Pfeilern: Ausbau des bestehenden Geschäfts – wobei das Thema der gesunden Innenluft im Zentrum steht, dem in Zeiten von Corona eine erhöhte Bedeutung zukommt –, dann die Weiterentwicklung des Sensorgeschäfts, das vermehrte Anbieten kombinierter Produkte sowie den weiteren Ausbau des Asiengeschäfts.

Split beantragt

Im laufenden Jahr wird Belimo nicht auf stürmisches Wachstum umschalten. Allerdings solle der Umsatz wieder wachsen, rund 6% in Lokalwährungen. Die Ebit-Marge dürfte etwa konstant bleiben. «Finanz und Wirtschaft» rechnet mit einem überproportionalen Gewinnwachstum, nicht zuletzt, weil der verzerrende Steuereffekt wegfällt. Ein Wachstum von 17% auf 165 Fr. je Aktie erscheint möglich. Das ergibt ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41. Käufe drängen sich auf diesem Niveau vorerst nicht auf.

Belimo beantragt der GV weiter einen Split der schweren Aktie im Verhältnis 1:20. Damit wird das Aktienkapital neu aus 12,3 Mio. Namenaktien mit einem Nennwert von 0.05 Fr, bestehen. Belimo will damit breitere Anlegerkreise ansprechen und insbesondere den Mitarbeitern die Teilnahme am Aktienkaufprogramm erleichtern.