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Bellevue erzielt höheren Ertrag

Der Finanzdienstleister ist in der Krise gut unterwegs. Sonderfaktoren belasten aber den Gewinn.

(AWP) Die Finanzdienstleistungsgruppe Bellevue (BBN 22.5 -2.6%) Group hat im ersten Halbjahr 2020 während der Corona-Pandemie von ihrem robusten Geschäftsmodell profitiert. Dadurch wurde der Ertrag gesteigert. Der Konzerngewinn wurde indes durch Sonderfaktoren deutlich beeinflusst.

So stieg der Geschäftsertrag um 4,3% auf 48,6 Mio. Fr. Das operative Ergebnis legte wie bereits bekannt gegeben um 14,6% auf 17,5 Mio. Fr. zu. Die Cost-Income-Ratio wurde auf 64% (VJ 67%) verbessert und soll mittelfristig auf unter 60% fallen.

Der Konzerngewinn sackte aber – beeinflusst um Sonderfaktoren aufgrund der Wertberichtigungen bei der Tochter Star Capital – um über 60% auf 5,5 Mio. Fr. ab. Zudem war der Vorjahreswert von einer Sonderdividende der SIX begünstigt. Aus weitergeführten Geschäftsbereichen erzielte die Bellevue Group einen Gewinn von 6,2 Mio. Fr. (-35%).

Kundenvermögen rasch erholt

Nachdem die Kundenvermögen im März bedingt durch die Covid-19-Pandemie um 20% eingebrochen seien, erhöhte sich die Vermögensbasis dank der schnellen Markterholung in den Folgemonaten wieder, heisst es weiter.

Da das Coronavirus zudem die Wahrnehmung und Bedeutung des Gesundheitssektors schärfte, hätten sich die HealthCare-Strategien grosser Nachfrage erfreut. Dies brachte neue Kundengelder in Höhe von 500 Mio. Fr. Dagegen gab es bei den traditionelleren Anlagestrategien Abflüsse. Per Mitte Jahr belaufen sich entsprechend die Kundenvermögen auf 10,63 Mrd. Fr. und liegen damit leicht über dem Niveau per Ende 2019 (10,60 Mrd.).

Geschäftsmodell erweist sich als robust

Insgesamt zeigt sich die Gruppe mit den Ergebnissen zufrieden. Das Geschäftsmodell als reiner Asset Manager mit der Kernkompetenz bei Biotech und HealthCare habe sich während der Krise als äusserst robust erwiesen. Zudem stelle die schuldenfreie Bilanz ein solides finanzielles Fundament dar.

Dennoch werde davon ausgegangen, dass auch das zweite Halbjahr volatil bleiben wird. Die weitere Entwicklung der Pandemie und insbesondere noch nicht quantifizierbare realwirtschaftliche Kollateralschäden machten die Gesamtsituation weiterhin fragil.

Nach dem Verkauf der Bank am Bellevue werde nun auch die Gesamtorganisation vereinfacht, bisher auf Gruppenebene angesiedelte Funktionen sollen im zweiten Halbjahr verschlankt werden. Unter anderem wird Michael Hutter ab 1. August die CFO-Funktion der Bellevue Group übernehmen. Zuvor war er langjähriger Finanzchef der Bellevue Asset Management AG. Der bisherige Finanzchef der Bank Patrik Gilli werde die Gruppe verlassen.

Die komplette Historie zu Bellevue finden Sie hier.»

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