Märkte / Devisen

Betrug im Währungshandel wird untersucht

Die britische Betrugsverfolgungsbehörde SFO hat eine formelle Untersuchung wegen möglicher Währungsmanipulationen eröffnet.

Das Pressecommuniqué ist zwar nur einen Satz lang, aber die Konsequenzen für Banken sowie deren Angestellte sind riesig. Am Montagnachmittag hat das Serious Fraud Office (SFO) eine Untersuchung der Vorfälle im Währungshandel lanciert. Es geht dabei um möglichen Betrug, der strafrechtlich verfolgt würde.

Das SFO wird nun Hinweisen nachgehen und versuchen, genügend Beweise zu sammeln, um mögliche Täter vor Gericht zu bringen. Die Behörde arbeitet dabei mit der britischen Finanzmarktaufsicht FSA sowie dem amerikanischen Justizdepartement zusammen. Ob das SFO auch mit den Schweizer Behörden kooperiert, wollte eine Sprecherin mit Rücksicht auf das Verfahren nicht sagen.

In der Schweiz befassen sich sowohl die Finanzmarkaufsicht Finma als auch die Wettbewerbskommission (Weko) mit dem Thema. Die Weko hat Ende März eine Untersuchung gegen acht Banken eröffnet, darunter vier Schweizer Institute.

Das SFO ergänzt damit eine längere Liste von Aufsichtsbehörden weltweit, die in Sachen Devisenmanipulation ermitteln. Im Fokus stehen mögliche Absprachen von Händlern, um den WM/Reuters-Fix, den 16-Uhr-Kurs, dem bei der Bewertung von Finanzanlagen von Pensionskassen und Fondsmanager grosse Bedeutung zukommt, zu beeinflussen.

Wieder hohe Bussen?

Bereits bei der Manipulation des Marktzinssatzes Libor ist das SFO aktiv geworden. Es tritt als Ankläger auf in strafrechtlichen Gerichtsverfahren gegen mittlerweile 12 Personen von Banken (Barclays (BCY 2.5330 -1.25%)) und Brokern (Icap, RP Martin). Darunter befindet sich auch der mutmassliche Strippenzieher, Tom Hayes, der als Händler bei UBS (UBSG 17.66 -0.51%) und Citigroup (C 64.24 -1.62%) gearbeitet hat.

Wie bei den Libor-Manipulationen geht es im Währungshandel um die Beeinflussung einer wichtigen Referenzgrösse im Finanzmarkt, an die Milliardenvermögen gebunden sind. Weil die Bussen im Fall Libor bereits in die hunderte Millionen Dollar gingen oder gar die Milliardengrenze überschritten wie bei der UBS, droht Banken im Zusammenhang mit der Devisenmanipulation erneut finanzielles Ungemach.