Unternehmen / Immobilien

BFW lanciert Rückkauf von Aktien

Analyse | Der Mietertrag nimmt wegen des Verkaufs von Liegenschaften ab. Die Immobiliengesellschaft plant weitere Veräusserungen.

Wolfgang Gamma

Das auf die Ostschweiz fokussierte Immobilienunternehmen BFW Liegenschaften (BLIN 43.7 0%) ist im Umbruch. Das bereits im vergangenen Jahr durch Verkäufe reduzierte Portfolio soll weiter schrumpfen. Dreizehn mehrheitlich kleinere Liegenschaften stehen auf der Verkaufsliste. Nach dem Erfolg von 4 Mio. Fr. aus Verkaufstransaktionen ist somit ein weiterer Erlös zu erwarten. Der erneute Mittel­zufluss soll zum Rückkauf von Aktien verwendet werden.

Das Angebot, es ist das dritte seit 2017, gilt für maximal 9,46% des Aktienkapitals bzw. 15,9 Mio. Fr. Der Angebotspreis beträgt fix 45 Fr. je Namenaktie A. Das Angebot läuft vom 21. März bis 3. April. Die zurückgekauften Titel sollen nach der Zustimmung durch die Generalversammlung vom 7. Mai vernichtet werden.

Zusammen mit den ordentlichen Dividendenzahlungen – für 2018 sind 1.40 Fr. je Namenaktie A bzw. 0.14 Fr. je ­Namenaktie B vorgesehen – wird BFW in drei Jahren gegen 100 Mio. Fr. an die Aktionäre ausgeschüttet haben. Hauptaktionär ist VR-Präsident und CEO Beat Frischknecht, der 25,4% des Kapitals hält und 66,1% der Stimmen kontrolliert. Frischknecht bezeichnet die Kapitalausstattung mit einer Eigenkapitalquote von 38,3% als robust. Das Fremdkapital wurde 2018 durchschnittlich mit 1,5% (im Vorjahr 1,6%) verzinst.

Frischknecht, der sich zur Wiederwahl als VR-Präsident zur Verfügung stellt, will die Anlagestrategie mit dem Fokus auf Wohnliegenschaften fortsetzen. Die Nachfrage nach Mietwohnungen sei auf niedrigem Niveau stabil. Es brauche aber längere Zeit zur Wiedervermietung. 2018 stieg die Leerstandquote von 7,5 auf 8,6%. Der Wert des Liegenschaftenportfolios sank im Berichtsjahr wegen der Verkäufe von 437,1 auf 414,4 Mio. Fr. Die Neubewertung führte zu einem Erfolg von 10,3 Mio. Fr.

Eckdaten zum Geschäftsjahr 2018 hatte BFW bereits im Februar publiziert. Die Mieteinnahmen nahmen auf 19,6 Mio. Fr. ab. Im Wachstum von Betriebsgewinn und Gewinn spiegeln sich Verkaufserlös und Neubewertung. Der innere Wert je Aktie stieg bis Ende Jahr von 40.30 auf 42.73 Fr.

Die wenig gehandelten BFW-Titel notieren seit Ende 2017 in einem engen Preisband. Die Kursprämie zum inneren Wert hat sich reduziert. Weder diese Entwicklung noch die Dividendenrendite von 3,2% oder das Rückkaufprogramm sprechen für ein Engagement.

 

Die komplette Historie zu BFW Liegenschaften finden Sie hier. »

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