Das ist doch überraschend: Gemessen an der Anzahl Brauereien pro eine Million Einwohner wies die Schweiz 2019 mit 131 Brauereien die mit Abstand höchste Brauereidichte in Europa auf. Mit grossem Rückstand folgt Tschechien mit 58 Produktionsstätten. Grosse Bierländer wie Belgien (Rang 11) oder Deutschland (17) folgen weit abgeschlagen. Immerhin muss festgehalten werden, dass fast drei Viertel der 1212 Schweizer Brauereien (Stand 2020) Klein- und Kleinstbrauereien mit einem Ausstoss bis 20 Hektoliter pro Jahr sind. Europaweit zählen nur drei Länder (Grossbritannien, Deutschland, Frankreich) mehr Brauereien als die Schweiz. Der grösste Schweizer Bierkanton ist Bern mit 200 Brauereien. Die fünf Spitzenreiter beherbergen gut die Hälfte aller Brauereien. Was für ein Kontrast zur Zeit des Bierkartells, das 1991 geplatzt ist. Damals war der Schweizer Biermarkt eine Einöde mit einem weitgehend einheitlichen Massenprodukt, das in nur gerade 34 Brauereien (1985) hergestellt worden ist. Die Aufhebung des Kartells hat zu einer enormen Vielfalt an Brauereien und Bieren geführt. Was den Konsum betrifft, gehört die Schweiz aber nicht zu den Spitzenreitern. 2020 erreichte der Konsum 52 Liter pro Kopf und lag damit weit unter dem EU-Schnitt von 72 Litern (2019). Und der Trend ist sinkend, 2010 lag der Konsum rund 10% höher. Der «Sommer» 2021 dürfte kaum eine Trendwende einläuten.