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Big Apple Talk: ESG steht unter Druck

FuW berichtet aus New York. Heute: Goldman Sachs wird von der Börsenaufsicht des Greenwashing verdächtigt, während sich Anleger erstmals stark aus nachhaltigen Fonds zurückziehen.

Wehe, wenn die Börsenaufsicht einfährt. Die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) nimmt Goldman Sachs unter die Lupe. Genauer: das Geschäft der Wallstreet-Bank mit ihren ESG-Fonds. Nachhaltig sollen sie sein in Bezug auf die Oberthemen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Ob sie das tatsächlich sind, schaut sich jetzt die SEC genauer an. Der Vorwurf des Greenwashing steht im Raum. Goldman soll ihren Produkten eine grüne, nachhaltige Fassade verpasst haben, das Fundament soll dem aber nicht entsprechen.

Die Goldman-Untersuchung ist nur das jüngste Kapitel einer ganzen Reihe an Ermittlungen von Aufsichtsbehörden zu ESG-Praktiken der Finanzindustrie. In Europa sorgt der Fall DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank, dabei für Schlagzeilen. Seit vergangenem Jahr ermittelt die deutsche Börsenaufsicht wegen des Verdachts auf Greenwashing. Vergangenen Monat kam es in den Frankfurter DWS-Büros zur Razzia. DWS-CEO Asoka Wöhrmann trat kurz drauf zurück. Die Gesellschaft weist alle Anschuldigungen zurück.

Saftige Strafe

In den USA warnt die SEC seit langem, die Anlagegesellschaften sollten ihren Kunden keinen ESG-Bären aufbinden. Seit vergangenem Jahr gibt es bei der Aufsicht eine Taskforce, die Verdachtsfälle abklärt. Zudem hat die Behörde einen Bericht veröffentlicht, der viele Fonds der Branche an den Pranger stellt. Vergangenen Monat hat Bank of New York Mellon eine Strafe von 1,5 Mio. $ gezahlt, um einen Greenwashing-Fall beizulegen.

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