Märkte / Aktien

Big Apple Talk: US-Politiker sind die grössten Aktiengenies

FuW berichtet aus New York. Heute: Warum Kongressabgeordnete offenbar das beste Näschen für Investitionen haben und was daraus folgen könnte.

Wem würden Sie eher Ihr Vermögen zur Vermehrung anvertrauen? Den US-Börsengurus wie Warren Buffett oder George Soros, den Grossbanken wie Morgan Stanley oder UBS oder den Abgeordneten des US-Parlaments (Kongress). Der erste Reflex dürfte sein, auf keinen Fall Letzteren. Die Theorie sagt schliesslich, der Staat ist kein guter Unternehmer, und mit unseren Steuergeldern wüssten viele von uns wohl auch etwas Schlaueres anzustellen.

Eine Studie des Ökonomen Serkan Karadas, publiziert bereits vor ein paar Jahren, lässt hier umdenken. Die Kongressabgeordneten erzielen nämlich laufend überdurchschnittlich hohe Renditen auf ihren Aktienanlagen. Das deute darauf hin, dass die Politiker durch ihren Job erlangtes Insiderwissen über bevorstehende politische Entscheide oder ökonomische Entwicklungen nutzen, um gezielt zu kaufen und zu verkaufen.

Unbrauchbare Massnahme

Die «New York Times» hat jüngst Fälle zusammengetragen, die das Muster bestätigen. Parlamentarier handeln mit Aktien von Unternehmen, für die sie zuträgliche Politik machen. Jüngst lieferte hier auch die Pandemie ein Anschauungsbeispiel: Einige Senatoren – Demokraten wie Republikaner – verkauften im grossen Stil Aktien, nachdem sie vor den Lockdowns eine vertrauliche Unterrichtung erhalten hatten. Vergangenes Jahr sollen Kongressabgeordnete und ihre nächsten Familienmitglieder Vermögenswerte von rund 360 Mio. $ verkauft und von rund 260 Mio. $ gekauft haben.

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